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Wenn es Nacht wird, kommen die Vampire

Wenn es Nacht wird, kommen die Vampire

Ausgefallene Wagen und Kostüme: Zum Nachtumzug sind 33 Gruppen nach Saarburg gekommen. 6000 Karnevalisten stehen am Straßenrand, frieren und feiern mit.

Saarburg. Am Straßenrand stehen Piraten, Cowboys und Hexen, oft blinken kleine Leuchtdioden am Kostüm. Viele Kinder halten in ihren Händen eine noch leere Tüte. Sie warten geduldig darauf, dass endlich der Nachtumzug startet.
Majestätisch rollt langsam die Santa Maria vorneweg. Das restaurierte Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Saarburg aus dem Jahr 1938 läutet jedes Jahr den Auftakt des Nachtumzugs ein. Zwischen Kammerforststraße in Saarburg-Beurig und Stadthalle säumen laut Polizei etwa 6000 Narren den Straßenrand. In Gruppen stehen sie zusammen, bibbern an einem der aufgebauten Bier- und Weinstände dem Zug entegegen.
Sobald der Zug vorbeifährt, kommt Bewegung in die Menge. Die Kinder suchen Süßigkeiten, und die Erwachsenen warten un-geduldig auf einen Schluck Glühwein zum Aufwärmen. Im Zug macht sich unter den 750 Teilnehmern, auf 33 Gruppen verteilt, gute Laune breit. Vampire lechzen nach Blut, Ampeln machen sich selbstständig, ein Kapitän steuert das Kreuzfahrtschiff Schoden vorsichtig durch die Nacht, umkreist von Modellen der amerikanischen Freiheitsstatue.
Niemand fürchtet sich vor dem französischen Atomkraftwerk Cattenom, das schwer beschädigt durch die Stadt fährt. Und auch der Sprengstoff aus Kastel-Staadt flößt den Zuschauern keine Angst ein. Saarburg ist auch während der Karnevalssession demokratisch. Das Rathaus haben vor wenigen Tagen noch Clowns, Hippies und Schotten gestürmt. Der Bürgermeister wurde bei dieser Gelegenheit von amerikanischen Polizisten in Handschellen abgeführt (der TV berichtete). Diese Lücke beim kommunalen Führungspersonal wollen Justus I. und Bella I. aus Serrig flugs schließen.
Mit ihrem Gefolge sind sie aus Serrig angereist. Fesch und mit Bärenmütze bekleidet, kommt ihre Leibgarde daher. Aber dass eines Tages Monarchen aus der Nachbarschaft auf der Saarburg das Zepter schwingen könnten, ist nicht zu befürchten. Zumindest so lange nicht, wie im Weltraum die Hölle los ist, weil der Lügenbaron Oskar (Lafontaine) von Silwingen (Saarland) mit der Rakete Sahra (Wagenknecht) ins All fliegt, und die Saarburger Fastnachter am Schluss des Zugs alles unter Kontrolle behalten.
Da ist dann auch die Polizei zufrieden und sagt: "Keine besonderen Vorkommnisse; weder beim Nachtumzug und noch bei der anschließenden Feier in der Stadthalle kam es zu Problemen."