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Bahnarbeiten
Bahn enttäuscht Anwohner vor Bauarbeiten in Konz

Diese Bahnbrücke wird in den kommenden Monaten saniert. Anlieger müssen sich auf Lärm, Parkverbot und eine Vollsperrung einstellen.
Diese Bahnbrücke wird in den kommenden Monaten saniert. Anlieger müssen sich auf Lärm, Parkverbot und eine Vollsperrung einstellen. FOTO: Dieter Soltau
Konz. Die Brücke über die Alte Straße in Konz wird erneuert. Der Großkonzern macht auch etwas für den Lärmschutz – aus Sicht der Anlieger aber nicht das eigentlich Notwendige.
Christian Kremer

Ich kümmere mich beim Trierischen Volksfreund seit 2010 um die Konzer Ausgabe. Vorher habe ich ein Volontariat in der Redaktion absolviert und in Trier Germanistik, Politik- und Medienwissenschaft studiert. Mir ist es besonders wichtig, im Dialog mit den Lesern zu sein. Wer Anregungen hat kann sich jederzeit an mich wenden.

Die Parkverbotsschilder sind schon aufgebaut in der Alten Straße und in der Neustraße in Konz. Auch in den benachbarten Straßen kommen Einschränkungen auf die Anwohner zu. Der Grund: Die Deutsche Bahn erneuert die Brücke, über die die Züge über die Alte Straße rollen. Von September bis Ende Dezember, so lange dauern die Arbeiten, gilt das absolute Halteverbot in den beiden Straßen. Zusätzlich wird dieser Bereich für die Hauptarbeiten in der Woche von Montag bis Sonntag, 17. bis 23. September, und in der Zeit vom 22. Oktober bis 22. Dezember voll gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die „Alte Römerstraße“. Anliegerverkehr ist bis zur Baustelle zugelassen.

Neben den Einschränkungen für den Verkehr müssen die Anlieger mit weiteren Beeinträchtigungen rechnen. Die Bauzeiten seien in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeindeverwaltung reduziert worden, heißt es in einer Pressemitteilung: „Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm allerdings nicht zu vermeiden.“ Tagsüber wird der Lärm laut Bahn am intensivsten in der Vorarbeitsphase vom 3. September bis 28. September sein. In der Hauptarbeitsphase 14. September, 22 Uhr, bis 17. September, 6 Uhr, vom 24. Oktober, 20 Uhr, bis 5. November 6 Uhr sei durchgehend Lärm zu erwarten, heißt es weiter. Vom 14. November, 0 Uhr, bis 14. November, 5 Uhr, werde es nachts besonders laut.

Die Bahn verspricht, den Lärmpegel so niedrig wie möglich zu halten. „Während der gesamten Bauzeit werden zudem mobile Schallschutzwände im Bereich der beiden Eisenbahnüberführungen aufgebaut“, erklärt der Konzern weiter. „Leider lassen sich Veränderungen im Bauablauf nicht gänzlich ausschließen.“

Schlechte Nachrichten also für die ohnehin lärmgeplagten Anwohner.

Die Interessengemeinschaft, die sich seit einem Jahr für Lärmschutz an der Bahnstrecke einsetzt, war ein wenig überrascht, als die Parkverbotsschilder aufgestellt wurden. Ralf Richardt sagt, dass die Anwohner erst danach die Pressemitteilung der Verbandsgemeinde im Internet gefunden hätten. Von dauerhaften Lärmschutzmaßnahmen ist darin keine Rede, lediglich die mobilen Wände werden thematisiert.

Doch es ist noch mehr geplant. Auf Nachfrage des TV bei der Verbandsgemeindeverwaltung erklärt Pressesprecher Michael Naunheim: „Die Bahn will den Lärm reduzieren und berücksichtigt das bei der Sanierung der Brücke.“ Unter anderem werde ein schwereres Bodenblech und eine spezielle Matte in die neue Brücke eingebaut, um die Strecke leiser zu machen. Zudem verweist er auf das „Sonderprogramm zur Minderung des Schienenverkehrslärms an besonders ausgewählten Bahnstrecken des Bundes“, in dessen Rahmen zurzeit auch mehrere Ortsdurchfahrten in der VG Konz geprüft werden (siehe Info).

Für die Anwohner ist das alles andere als befriedigend. Ralf Richardt erklärt: „Unser Problem war nicht die Brücke, sondern die Weiche.“ Da entstehe der Lärm, wenn die Güterzüge bremsten. „Wir wollten, dass da etwas gemacht wird, aber die Bahn stellt sich stur“, ärgert er sich und betont, dass er nicht gegen die Bahn oder die Bauarbeiten an sich sei. „Aber im urbanen Raum muss überall Lärmschutz her!“ Die Bahn müsse die Leute da besser mitnehmen.

Die Bahn hatte im vergangenen Jahr versprochen, die Weiche genau zu begutachten. Die Antwort auf eine TV-Anfrage dazu, wie der Konzern vorgehen will und ob den Anliegern der Alten Straße noch geholfen wird, ist noch in Arbeit.