Es werde Licht

TRIER. (er) Einer, der nach dem Licht geht: Franziskus Wendels zeigt seine "Lichtzeit" in der Trierer Galerie Palais Walderdorff.

Im Grunde war er immer ein Multi Media Künstler, der alle möglichen Ausdrucksmittel - zuletzt Videos- für sich erprobte. Einen Schwerpunkt in Franziskus Wendels Werk bildet allerdings seit langem seine Auseinandersetzung mit dem Licht. Die fing an, als er 1998 zu einem Arbeitsstipendium ins Künstlerhaus Villa Concordia nach Bamberg ging. Damals waren es vor allem das anheimelnde Licht nächtlicher Fenster und der warme Schein der Kronleuchter der bayrischen Stadt, die ihn anzogen. Inzwischen haben sich die Licht Verhältnisse geändert. Wendels Lichtwelt ist kälter geworden. Sie ist weiter entrückt. Unverändert ist freilich seine Faszination für die Nacht und ihre Kunst Lichter. "Erst in der Nacht sieht man wirklich das Licht", sagt der in Köln und Daun lebende Künstler. Was Wendels in Trier zeigt, ist im Grund eine Mini-Ausgabe der Ausstellung "Landflucht" im Ludwigmuseum in Koblenz Anfang dieses Jahres. Das ist ein bisschen schade. Die Zusammenstellung wirkt etwas beliebig. Bei so wenigen Arbeiten (neun Bildern) hätte man das Thema mit Variationen gerne etwas strenger eingegrenzt. Dabei hat die Bilderschau ein paar wirkliche Höhepunkte wie "Akrobaten" oder "Synapse 1" zu bieten. Es sind jene abstrakten Arbeiten, in denen das Licht das Bild ist. In diesen auch malerisch sehr reizvollen Gemälden wird nicht die Welt in das Kunstlicht der Nacht getaucht. Das Licht selbst ist eine geheimnisvolle Welt, aus deren Ferne nächtliche Wirklichkeit herüberschimmert. "Das Licht hat mich schon immer fasziniert", sagt der Maler. Was aus dem Mund des studierten Theologen nicht verwunderlich klingt. Auf jeden Fall hat Wendels zumindest in seinen abstrakten Licht Gemälden den Schein einer Welt entdeckt, die jenseits der diesseitigen fassbaren Wirklichkeit liegt. Bis 7. Juli., Di-Fr 11-13 Uhr und 14-17 Uhr, Sa, So 10-13 Uhr

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