Luxemburg dreht auf

Von Rammstein bis Eros Ramazzotti, von Tom Jones über Pink bis The Prodigy: Jede Menge Stars gastieren in den nächsten Wochen und Monaten in der Rockhal Esch. Aber die Rockhal-Macher setzen längst nicht nur auf etablierte Künstler.

 Elliott Murphy singt in Esch. TV-Foto: Andreas Feichtner
Elliott Murphy singt in Esch. TV-Foto: Andreas Feichtner

Esch/Luxemburg. Hm, sind es nun 29 oder 30? Songwriter Elliott Murphy ist sich selbst nicht so sicher, wie viele Alben er eigentlich so im Laufe der Jahrzehnte veröffentlicht hat. Der 60-jährige Amerikaner wird gerne mal von Bruce Springsteen eingeladen, wenn der "Boss" auf Tour geht. Murphy mag bisweilen auch an andere US-Songwriter-Größen wie Willie Nelson erinnern (Hut und Frisur). Oder auch an Bob Dylan (Mundharmonika und Gestus). Aber wer eben 29 Studio-Alben gemacht hat, vielleicht ja auch 30, der braucht sich wirklich keine Vergleiche mehr anzuhören. Eigentlich ist Murphy erst am 17. Oktober zu Gast in Esch. Aber er lässt sich bei der Herbst/Winter-Pressekonferenz der Rockhal schon mal vorab blicken und singt solo drei Lieder. Nur mit Akustik-Gitarre und Mundharmonika, unverstärkt. Ein bisschen Eigenwerbung unter dem Motto "Alle Macht dem Song" - und keine Chance dem Schnickschnack

Kaum einer der Künstler, die in den nächsten Wochen und Monaten im Südwesten Luxemburgs gastieren, ist so lange im Geschäft wie Murphy. Aber die richtig großen Zuschauer-Magneten sind im Herbst und Winter doch andere: Pink oder Rammstein. Sicher auch The Prodigy und Marilyn Manson, Nickelback, Mando Diao oder auch "Abba the Show". Diese Shows finden alle in der Rockhal statt - aber nicht immer ist die Rockhal dabei auch selbst der Veranstalter (das übernehmen etwa auch "Den Atelier" oder gelegentlich auch Poppconcerts aus Trier). In dieser Häufung hatte es Stars aus Pop und Rock vor der Eröffnung der Halle vor vier Jahren nicht ins Nachbarland gezogen. "Das ist ein Image-Gewinn für Luxemburg", sagt Kultusministerin Octavie Modert. In der vergangenen Saison kamen insgesamt 120 000 Zuschauer zu 85 Rockhal-Veranstaltungen. Dabei geht es den Luxemburgern aber nach eigener Auskunft nicht nur um Masse: "Es geht uns um die Förderung regionaler Bands, vor allem aus Luxemburg, aber auch aus der ganzen Großregion", sagt Rockhal-Direktor Olivier Toth.

Konzerte in der Rockhal

(Herbst/Winter, Auswahl): 17. Oktober: Elliott Murphy (US-Songwriter), 22. Oktober: Bootleg Beatles (eine der weltbesten Beatles-Tribute-Bands), 25. Oktober: Eros Ramazzotti, 28. Oktober: Massive Attack (Trip-Hop), 29. Oktober: Tom Jones, 30. Oktober: King of Pop - The Show (Michael-Jackson-Tribute), 30. Oktober (kleiner Saal): No Fun at All, 31. Oktober: Mew (Indie-Rock), 6. November: Nouvelle Vague (Indie-Pop/Coverversionen im neuen Gewand), 22. November: Mando Diao, 29. November: The Prodigy, 30. November: Porcupine Tree, 4. Dezember: Rammstein (ausv.), 5. Dezember: Pink (ausv.), 20. Dezember: Marilyn Manson, 17. Januar: Abba - The Show, 27. Januar: Nickelback. Im Rockhal-Komplex gibt es zwei Konzertsäle ("Main Hall" mit 6000 Plätzen, "Club" mit bis zu 1200 Plätzen).

Sonic Visions:

Ein ambitioniertes Projekt der Rockhal-Macher ist das Sonic-Visions-Festival, das im vergangenen Jahr seine Premiere feierte und in diesem Jahr am 27./28. November mit rund 25 Bands über die Bühnen gehen wird. Neben Bands aus der Großregion wird der Fokus auf Bands aus einem ausgewählten Land gelegt - 2008 war es Dänemark, in diesem Jahr ist es in Italien. Bei Sonic Visions wird nicht nur neue Musik zu hören sein - auch Vorträge und Workshops sind Teil des Projekts.