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Orgeln am laufenden Band

Orgeln am laufenden Band

Saarbrücken. In der saarländischen Landeshauptstadt startet ein großes grenzüberschreitendes Orgelfestival.

Im Rahmen des Festivals "Orgel ohne Grenzen - Orgues sans frontières" wird es in der Saarbrücker Basilika St. Johann einen Improvisations-Wettbewerb geben - im ganz großen Stil. Basilika-Kantor Bernhard Leonardy sorgte für eine Neuauflage des Festivals, das vor zwei Jahren schon viele Besucher anlockte. Diesmal unter veränderten Vorzeichen. Ein neuer Mäzen wurde nämlich händeringend gesucht - und Leonardy als Veranstalter sorgte höchstpersönlich dafür, dass er gefunden wurde. Wie es dazu kam? "Es war mir bekannt, dass das europäische Airbus-Konsortium EADS jährlich den internationalen Air Art Kunstpreis verleiht", erklärt Leonardy. "Ich dachte mir: Das wäre doch was für uns. Zwar wurden bislang nur bildende Künstler ausgezeichnet, aber das lässt sich vielleicht ändern." So fuhr er in die Münchner Firmenzentrale und brachte sein Anliegen vor. Art-Direktorin Nicole Bernicker, selbst Freizeit-Pianistin, und ihre Stellvertreterin Fridgard Mindermann, Geigen-Liebhaberin, brachten Leonardy viel Verständnis entgegen - und so kam es, dass dieses Jahr zum ersten Mal der Air Art Kunstpreis in der Sparte Musik vergeben wird. Und zwar im Rahmen des Saarbrücker Improvisations-Wettbewerbs. Lukrative Preise winken: der Sieger erhält 7500 Euro. "Aber das ist noch nicht alles," ergänzt Leonardy zufrieden. "Durch den unerwarteten Geldsegen waren wir nun in der Lage, unseren Improvisations-Wettbewerb in allen maßgeblichen internationalen Musikzeitschriften anzukündigen. Aus aller Herren Länder meldeten sich Interessenten, und wir stellen mit Genugtuung fest, dass unser überstaatlicher Bekanntheitsgrad schlagartig gewachsen ist." Über 40 Teilnehmer haben bislang fest zugesagt. Neben Kandidaten aus vielen europäischen Staaten wird sogar ein Japaner anreisen. Bei solch einer Zahl von Spielern wird nach Leonardys Berechnung die Basilika-Orgel "100 Stunden am Stück" laufen. Wie sieht nun der Ablauf des Wettbewerbs aus? In einer Ausscheidungsrunde schälen sich die Finalisten heraus, die sich dann in viertelstündiger freier Improvisation messen. Eine siebenköpfige international besetzte Jury, der auch Leonardy angehört, entscheidet dann. Die Termine (in der Basilika St. Johann): 18. März ab acht Uhr und 19. März, 8.30 bis 12.30 Uhr: Ausscheidungsrunde. 19. März, ab 20 Uhr: Finalrunde.