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Abgestürzter Heißluftballon entpuppt sich als Himmelslaterne

Abgestürzter Heißluftballon entpuppt sich als Himmelslaterne

Ein Ehepaar aus Bullay hat eine Himmelslaterne für einen Heißluftballon gehalten. Als diese abstürzte, alarmierten sie die Polizei. 48 Feuerwehrleute und ein Polizeihubschrauber waren an der Suche nach dem Ballon beteiligt. Den Besitzern der Laterne droht nun eine Rechnung von bis zu 25 000 Euro.

Bullay. Ein Polizeieinsatz in der Nähe von Bullay könnte für die noch unbekannten Besitzer einer eine Himmelslaterne ein teures Nachspiel haben. Sie hatten diese am Mittwochabend aufsteigen lassen, später stürzte sie über einem Waldstück bei Bullay ab. Ein Ehepaar aus dem Moselort hielt die Laterne aus der Ferne für einen Heißluftballon und alarmierte gegen 21.40 Uhr die Polizei.
Die Polizei handelte sofort und rückte mit einigen Einsatzfahrzeugen, 48 Feuerwehrleuten sowie einem Polizeihubschrauber aus, um nach eventuellen Opfern zu suchen.
Himmelslaternen sind die wohl ältesten Heißluftballons der Welt. Der chinesische Militärführer Kong Ming nutze die Miniaturballons bereits vor knapp 2000 Jahren als Kommunikationsmittel. In Deutschland sind die Fluggeräte erst seit den frühen 2000er Jahren bekannt und in Rheinland-Pfalz seit September 2009 grundsätzlich verboten.
Wer die Laternen trotzdem steigen lässt, muss mit einem Bußgeld rechnen. "Bis zu 5000 Euro kann das kosten", sagt Lothar Schneider, Dienstellenleiter der Polizeiinspektion Zell. Doch damit nicht genug. Die Feuerwehrleute waren bis 0.30 Uhr im Einsatz und müssen bezahlt werden, viele Autos wurden bewegt und der Polizeihubschrauber kreiste etwa zwei Stunden über dem Wald. Allein der Hubschrauber koste pro Flugstunde mehrere Tausend Euro, sagt Schneider. "Insgesamt hat die Suche sicherlich 20 000 Euro gekostet." Werden die Verantwortlichen gefunden, droht ihnen die Übernahme der Kosten. Zusammen mit dem Bußgeld also 25 000 Euro.
"War es das wirklich wert?", fragt Schneider. Er ärgert sich über die Benutzer. "Besonders bei einem so trockenen Wetter muss einem doch der gesunde Menschenverstand sagen, dass das nicht klug ist."
Die Einsatzkräfte haben die Überreste der Laterne noch nicht gefunden. "Das ist ein tiefes und unzugängliches Waldgebiet." Dort etwas zu finden gleiche der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ermittlungen in Bullay und Alf nach Partys und Hochzeiten blieben ebenso erfolglos wie die Überprüfung der umliegenden Campingplätze. Schneider vermutet deshalb, dass es sich bei der Aktion um einen Liebesbeweis gehandelt haben könnte: "Die Jungen sollten die Herzen ihrer Geliebten in Zukunft aber bitte anders entflammen."
Hinweise bitte an die Polizei in Zell, Telefon: 06542/98670, oder per E-Mail: pizell@polizei.rlp.de