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Das drückt Wittlich einen eigenen Stempel auf

Das drückt Wittlich einen eigenen Stempel auf

Das ganze Jahr Fleisch auf den Tisch für mehr als eine Million Deutsche: Das macht theoretisch die Produktion des Wittlicher Schlachthofs möglich - oder täglich eine Pizza aus dem Dr.- Oetker-Werk vor Ort. Doch die Kreisstadt hat noch mehr Besonderheiten zu bieten. Ein Überblick.

Wittlich. Hätten Sie\'s gewusst? Die Wittlicher Jugendstrafanstalt ist Deutschlands erste gewesen und wird in diesem Jahr 100 JAHRE ALT .
Ein Kuriosum, mit dem man nur bedingt punkten kann. Jedoch hat die Säubrennerstadt neben ihrem Spitznamen weitaus mehr Besonderheiten zu bieten, etwa einen Weltrekord: Den stellte 1995 die Firma Bungert mit einem 1000 Meter langen Büfett auf, das 15 000 Besucher anlockte.
Heutzutage kennt man den Wittlicher Familienbetrieb zudem als Organisator des größten Oktoberfestes im Land, zu dem sich im Schnitt 50 000 MENSCHEN im Herbst an die Lieser statt an die Isar auf den Weg machen.
Doch auch von Wittlich in die Welt führen viele Wege: Allein EINE MILLION TIEFKÜHLPIZZEN am Tag kommen nämlich aus dem Dr.-Oetker-Werk und starten von dort ihre Reise in die Geschäfte und auf die Teller: eine italienische Spezialität made in Wittlich!
Eine weitere Größe in der Lebensmittelindustrie ist Fleisch Simon: Dort werden pro Woche rund 18 000 Schweine und 300 Rinder geschlachtet. 80 000 TONNEN FLEISCH nennt der Betrieb als Jahresproduktion.
Geht man von einem Jahreskonsum eines Deutschen von 80 Kilo aus, könnte der Schlachthof eine Million Menschen verpflegen! Aber das Fleisch bleibt nicht komplett im Land. Ein Teil geht zum Beispiel in den asiatischen Raum. Ein klitzekleiner Bruchteil bleibt aber in der Säubrennerstadt - nicht nur in Form des Saubratens zur Kirmes- sondern er ist in einer kulinarischen Spezialität zu finden, den Wittlichs Metzger exklusiv anbieten: den Stägken, eine Spezialsalami - Rezept: geheim.
Egal was aus Wittlich kommt, es muss transportiert werden. Theoretisch könnten das Reifen made in Wittlich möglich machen: Denn Goodyear Dunlop hat hier ebenfalls einen Fabrikstandort. Der Konzern fertigt PKW- und LKW-Reifen. Die Jahresproduktion des Werks liegt bei rund ZWEI MILLIONEN REIFEN .
Wie viel Stück einer besonderen Pflanze - auch dank EU-Subventionen - in der Wittlicher Senke noch wachsen, ist nicht herauszufinden . Man erwatet sie jedenfalls nicht am Rande der Eifel zu finden, sondern in wärmeren Gefilden: Es ist der Tabak, der es allerdings nicht zu Weltruhm gebracht hat. Früher war er Füllmaterial für Zigarren. Doch die Verarbeitung vor Ort, wie in der Zigarrenfabrik Felzen in der Oberen Kordel, ist längst ausgestorben.
Und anders als die Dauner, Gerolsteiner oder Thalfanger, die eine eigene Mineralwasserquelle haben, oder die Bitburger mit ihrer bekannten Biermarke, kommt in flüssiger Form aus Wittlich "nur" etwas, das es an der benachbarten Mosel zuhauf gibt: Wein. Den keltern noch vier Winzer. Und getrunken wird er durchaus in aller Welt.
Genau dort hat sich zudem eine Firma einen Namen gemacht, die erfindungsreich in Sachen Weinbau agiert: Die Clemens GmbH steht für Kellerei-, Weinbautechnik und Tanks. Ihr verstorbener Gründer Bernhard Clemens erfand beispielsweise den Sitzpflug als Serienprodukt für den Steillagenweinbau.
Mit weitaus schwereren Maschinen wartet die Firma Bennighoven auf. Auch sie ist das, was man einen "global player" nennt: In Wittlich stellt sie Teile für ihre Asphaltmischanlagen her, die weltweit beim Straßenbau zum Einsatz kommen.
Bleibt noch eine Besonderheit made in Wittlich: das sagenhafte PICHTERMÄNNCHEN . Doch das ist eine andere Geschichte.

Liebe Leser, mit welcher Besonderheit "made in…" kann Ihr Heimatort im Landkreis Bernkastel-Wittlich punkten? Mailen Sie bitte kurz gefasst an: s.suennen@volksfreund.de , Name und Wohnort bitte nicht vergessen!