In die Sonne investiert

DODENBURG. Vom Nahrungsproduzenten zum Energieversorger: Solar- und Biogasanlagen werden in der Landwirtschaft immer wichtiger. Der Hof Weyers in Dodenburg hat vor zwei Jahren eine Solaranlage auf dem Dach der Stallung installiert.

Die hohen Anschaffungskosten von über 300 000 Euro haben Landwirt Johannes Weyers nicht davon abgehalten, auf dem Dach seiner Ställe eine 500 Quadratmeter große Photovoltaikanlage bauen zu lassen. Sein Bruder, der als Agraringenieur viel in Luxemburg unterwegs ist, hat dort einige Anlagen gesehen und ihn darauf aufmerksam gemacht. "Wir haben uns überlegt, ob wir direkt in die Landwirtschaft investieren, damit mehr Arbeit haben, bei schwankenden Einnahmen, oder ob wir die Solaranlage bauen sollen, die keine Arbeit macht. Die Dachflächen sind vorhanden und der Preis, den das RWE für den Strom bezahlt, ist auf 20 Jahre fest", erinnert sich Johannes Weyers. Er ist nicht der einzige Landwirt, der die vorhandenen Dachflächen für die Gewinnung von Sonnenergie nutzt, um den Strom dann ans RWE weiter zu verkaufen und in deren Netz einzuspeisen. "Im Landkreis Bernkastel-Wittlich haben 40 Landwirte eine Photovoltaikanlage, im Kreis Bitburg-Prüm sind es 96 und im Kreis Daun 24", erklärt Hermann-Josef Krämer, Betriebsberater für Landwirtschaft und Weinbau der Landwirtschaftskammer. "Doch leider sind die Förderungen der Landwirtschaftskammer für Solaranlagen ausgelaufen, momentan gibt es nur noch zinsgünstige Darlehen für die Anschaffung der Anlage. Für Johannes Weyers, der 110 Milchkühe und 200 Mastbullen in seinem Betrieb versorgt, hat sich die Anlage schon jetzt gelohnt. "Schon nach zwei Jahren wirft die Anlage aufgrund der großen Fläche monatlich 800 Euro Gewinn ab", erklärt der Landwirt. "Zudem gehe ich davon aus, dass der Klimawandel uns noch sehr intensive Sonnenstunden in den nächsten 20 Jahren bringt, auch deshalb habe ich mich für die Investition in die Solaranlage entschieden," sagt Weyers.