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Klaß: Strengere Bedingungen bringen Weinmarkt nicht weiter

Klaß: Strengere Bedingungen bringen Weinmarkt nicht weiter

Nach Auffassung der CDU-Europaabgeordneten Christa Klaß (Osann-Monzel) eröffnet die neue europäische Weinmarktordnung den deutschen Winzern neue Chancen. Bestehende Bezeichnungen jetzt in strengere Bedingungen zu pressen, bringe den Markt aber nicht weiter.

Brüssel/Osann-Monzel. Die Europaabgeordnete Christa Klaß äußert sich in einer Stellungnahme zum Weinbezeichnungsrecht und reagiert damit auf den TV-Artikel "Winzerstreit um Weinbezeichnungen" und den Kommentar vom 25. Juni. Die gemeinsame Marktordnung Wein wurde, so Klaß, 2008 auf den Weg gebracht. Sie habe sich im Europäischen Parlament für ein Weinbezeichnungsrecht starkgemacht, das sowohl neue Möglichkeiten im sogenannten "romanischen Recht" eröffne als auch die Möglichkeit biete, das gut eingeführte "germanische Recht" im deutschen Bezeichnungsrecht beizubehalten. Die Aussage im TV-Kommentar, "die von Brüssel geforderte Änderung des Weinbezeichnungsrechts sei nicht weniger als eine Revolution im deutschen Weinbau und die EU wolle auch in Deutschland anstelle des germanischen das romanische Bezeichnungsrecht etablieren", stimme so nicht. Klaß: "Brüssel ist für eine Schelte immer gut."
Die notwendigen Regelungen der gemeinsamen Marktordnung Wein seien, so Klaß, in Deutschland umgesetzt. Dazu gehörten der Wegfall des Tafelweins und die Einführung des geschützten Ursprungs (GU) für Landwein. Was jetzt anstehe, sei kein Muss aus Brüssel, sondern seien nationale Überlegungen, um aus den Möglichkeiten des neuen europäischen Bezeichnungsrechts auch in Deutschland zu profitieren.
Klaß: "Es ehrt den Weinbauverband, den Qualitätsgedanken stärker anfeuern zu wollen. Allerdings müssen Begrenzungen sowohl bei der Erntemenge als auch bei den Oechslegraden im Einvernehmen aller auf den Weg gebracht werden. Bestehende Bezeichnungen jetzt in strengere Bedingungen zu pressen, bringen den Markt nicht weiter."
Laut Klaß stellt die neue Bezeichnung "Geographischer Ursprung" in einem festen, eng abgesteckten Qualitätsrahmen ein freiwilliges Angebot für die Weinproduzenten dar. Klaß: "Es braucht jetzt intelligente Köpfe für eine zukunftsgerichtete Umsetzung." sim