REBSCHUTZDIENST

Lage: Wegen der günstigen Witterungsbedingungen seit vergangener Woche ist die Vegetation so weit fortgeschritten, dass in den guten Lagen Fünf-Blatt-Stadium und in mittleren Lagen Drei-Blatt-Stadium erreicht ist.

Der Vegetationsrückstand zu Beginn des Austriebs ist somit weitestgehend aufgeholt. Roter Brenner: Auf Grund der gebietsweise ergiebigen gewittrigen Niederschläge in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai sowie der gemeldeten Niederschläge am Wochenende, muss mit einer raschen Reifung der Apothecien gerechnet werden. Daher ist bei länger anhaltenden Niederschlägen mit dem Ausschleudern der Sporen und entsprechenden Infektionen in Anlagen, in denen das Fünf-Blatt-Stadium erreicht ist, zu rechnen. Je nach Intensität des Vorjahresbefalls sollte daher vor den nächsten Niederschlägen in den frühen Lagen eine Bekämpfung erfolgen. Oidium: Bei starkem Vorjahresbefall ist mit frühen Infektionen zu rechnen. In gefährdeten Anlagen sollten daher die eingeleiteten Bekämpfungsmaßnahmen mit Netzschwefel in der höchst zulässigen Konzentration (3,6 kg/ha) fortgesetzt werden. Schwarzfäule: Laut Aussage des Instituts für Pflanzenschutz im Weinbau der Biologischen Bundesanstalt hat die Fruchtkörperbildung in den in der Regel auf dem Boden liegenden Traubenmumien eingesetzt. Es wird daher auf Grund der Erfahrungen der vergangenen Jahre empfohlen bei den anstehenden Spritzungen gegen Roter Brenner und Oidium unter Berücksichtigung des Anti - Resistenzmanagements ein Präparat mit Zusatzwirkung gegen die Schwarzfäule (zum Beispiel Dithane Neo Tec/Dithane Ultra WP oder Electis) einzusetzen. Phomopsis: In Anlagen mit Vorjahresbefall sollte eine vorbeugende Bekämpfung mit einem gegen Roten Brenner und Schwarzfäule wirksamen Fungizid erfolgen. Traubenwickler: Ab Mitte der vergangenen Woche hat der Flug beider Traubenwicklerarten eingesetzt. Seitdem ist die Flugaktivität deutlich angestiegen. Bekämpfungsmaßnahmen sind derzeit jedoch noch nicht erforderlich. Da nur vorbeugend einzusetzende Mittel zur Verfügung stehen, ist die lückenlose Mottenflugkontrolle unabdingbar. Der aktuelle Flugverlauf kann im Internet unter www.dlr-mosel.rlp.de abgerufen werden. Kräuselmilbe: Gefährdete Junganlagen sollten weiterhin mit einem zugelassenen Netzschwefelpräparat behandelt werden. Die nachhaltigste und preisgünstigste Lösung der Milbenprobleme ist eine Ansiedlung von Raubmilben. Ein Merkblatt dazu finden Sie im Internet unter www.dlr-mosel.rlp.de Applikationstechnik: Der Brüheaufwand beträgt maximal 400 Liter Wasser pro Hektar. Jetzt nur im Spritzverfahren arbeiten (ohne Gebläseluftunterstützung). Auf gründliche beidseitige Benetzung ist zu achten. Rebschutzwarte: Bitte regelmäßige Meldung des Mottenflugverlauf an: Frau Hank, Telefon 0651/9776-400, Fax 0651/9776-243 oder Frau Bonerz, 06531/956-317, Fax 06531/956-333 oder per E-Mail.