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Rote Karte für CDU-Gemeindeverbandschef

Rote Karte für CDU-Gemeindeverbandschef

Mit eindeutigen Worten hat Roland Bender, alter und neuer Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Enkirch/Starkenburg, das politische Geschehen in und um Traben-Trarbach kommentiert. Man werde weder mit dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Jürgen Römer noch mit den Beisitzern Jörg Trossen und Sebastian Bodensteiner zusammenarbeiten.

Enkirch. Der CDU-Ortsverband Enkirch/Starkenburg hat getagt und einen neuen Vorstand gewählt. An dessen Spitze steht weiterhin Roland Bender, Ortsbürgermeister von Enkirch. Er rechnete in seinem Bericht mit dem politischen Geschehen im Gemeindeverband Traben-Trarbach ab und ließ den Kampf um Neuwahlen des Vorstands Revue passieren.
Im Februar waren neun der zwölf Vorstandsmitglieder zurückgetreten. Übrig blieben nur Vorsitzender Jürgen Römer sowie Jörg Trossen und Sebastian Bodensteiner. Seitdem kämpfen Teile der CDU, darunter zahlreiche Mandatsträger, für Neuwahlen.
Streitthema Leerstände


Deren Mitgliederbegehren, dass eine Versammlung mit dem Tagesordnungspunkt "Abwahl des Vorstands und Neuwahlen" anberaumt werden solle, hätte Römer entsprechen müssen, sagte Bender. Das habe eine Prüfung der Sachlage durch das eingeschaltete CDU-Parteigericht ergeben. Bis November soll der Vorstand nun neu gewählt werden, hatte Römer zuletzt angekündigt und gesagt, das Parteigericht habe dazu lediglich eine Empfehlung abgegeben.
Nicht nur der Weg dorthin, auch die Aussage in einer Rundmail wurde kritisiert, die von Römer und dem Fraktionsvorsitzenden Rudolf Müller stamme. Dort heiße es: "Unsere Schulen sind in Gefahr, die Zahl der Leerstände von Geschäften und Wohnhäuser nimmt zu, und die VG taucht plötzlich auf der Liste der gefährdeten VGn auf."
Bender hält dies für "dummes Geschätz und Panikmache", wie er sagte. Die Schulen seien auch nach der Neuorganisation im Bestand gesichert. Das Problem mit den Leerständen in den Ortskernen sei erkannt und kein Problem allein der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach. Und in der Debatte um die Gebietsreform sei "klar gewesen, dass es aufgrund der geringen Einwohnerzahl einen Zusammenschluss mit anderen Kommunen geben muss".
Vor der Wahl stellte er klar: "Sollte ich als Vorsitzender wiedergewählt werden, wird es keine Zusammenarbeit des CDU-Ortsverbands Enkirch-Starkenburg mit einem CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Jürgen Römer und keine Zusammenarbeit mit den Beisitzern Jörg Trossen und Sebastian Bodensteiner geben. Ich fordere die Personen erneut auf, unverzüglich von ihren Ämtern zurückzutreten."
Sowohl Bender als auch seine Stellvertreter Klaus Scherer und Heinz Schütz wurden im Anschluss im Amt bestätigt. Die neue Schriftführerin des Ortsverbands ist Svenja Brüggemann, als Beisitzer wurden gewählt: Horst Bauer, Thomas Wendthut, Theo Schenk, Nadja Schütz, Rolf Schultze und Felix Weisgerber. Petra Gehrke und das langjährige Vorstandsmitglied Dieter Hanss traten nicht mehr an.
Symbolisch, so berichtet Bender, zeigten die anwesenden Mitglieder des Ortsverbands Römer am Ende die Rote Karte. Kommentieren wollte der Gemeindeverbandsvorsitzende dies gegenüber dem TV nicht. uq/red