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Schriftliches Abitur in Bernkastel-Wittlich während Corona

Abitur : Ohne Maskenpflicht durch die Prüfung

Für die Abiturienten begannen am Donnerstag die schriftlichen Prüfungen. Wie setzen die Schulen die Corona-Maßnahmen um und unter welchen Bedingungen schreiben die Schüler gerade ihre Klausuren?

Viele Schüler leiden unter Prüfungsstress. Jetzt muss alles klappen. Dieses Jahr kommen noch die Corona-Maßnahmen hinzu. Für die Schüler der dreizehnten Jahrgänge (G9 und IGS) begann am 7. Januar die schriftliche Abiturphase. Die Prüfungen in Rheinland-Pfalz finden in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Französisch gleichzeitig statt, (am 7., 12., 14. und 18. Januar). Der TV hat nachgefragt, wie die Prüfungen unter Corona-Bedingungen ablaufen.

Erst einmal sind die Regeln für alle gleich: Das Ministerium für Bildung in Rheinland-Pfalz hatte sich im Dezember mit Hinweisen an die Schulen gewandt: Möglichst zwei Meter auseinander, so heißt es in dem Schreiben, sollten die Schüler sitzen. Auf die Hygiene- und Reinigungsmaßnahmen hätten die Schulen verstärkt zu achten.

Nikolaus-von-Kues-Gymnasium Bernkastel-Kues Auf dem Lehrerpult, so erzählt es Schulleiter Alfred Schmitt, stehe während der Prüfungen ein CO2-Messgerät – „den Schülern zugewandt. Die Schüler kennen die Grenze, sehen die Messwerte.“ Vielleicht trage das auch dazu bei, dass sich alle beruhigen. Zudem werde natürlich wie üblich alles 20 Minuten gelüftet. „Ich glaube, wir sind gut aufgestellt“, sagt Alfred Schmitt.

Eine Sache findet er allerdings unverständlich: „Was uns doch sehr befremdlich war, ist die Entscheidung, dass für die Schüler während der Prüfungen keine Maskenpflicht besteht. Das ist nicht so leicht nachzuvollziehen.“ Bei den Schülern hätte es bezüglich der Maskenpflicht bislang nie Beschwerden gegeben. „Die Schüler haben immer gut mitgemacht, und haben für alle Maßnahmen Verständnis aufgebracht.“ In der Prüfung könne zwar jeder Schüler freiwillig eine Maske tragen. Aber verpflichtet, eine Maske zu tragen, seien sie nur, wenn die Schüler die Räume betreten oder verlassen, und wenn sie sich in ihre Arbeiten einlesen und noch Fragen stellen können. „Nach der Rückfragephase können die Schüler ihre Masken ablegen.“

Sorgen macht sich Schmitt auch um die Lehrkräfte, die nun vielen Schülern ohne Maskenschutz gegenüber säßen. Für die Lehrkräfte habe die Schule deshalb FFP2-Masken angeschafft.

Die Sicherheitsabstände zum Pult habe die Schule auf drei Meter erhöht. Außerdem: „Kolleginnen und Kollegen, die unter Vorerkrankungen leiden, haben wir von der Aufsicht des Abiturs freigestellt.“ Er könne die Ängste verstehen, so Schmitt, wenn Lehrer, die einer Risikogruppe angehörten, in der jetzigen Situation vor Schülern säßen, die keine Maske trügen. Dies beträfe aber nur ganz wenige Lehrkräfte. Eine genaue Zahl möchte er nicht öffentlich nennen.

Am Nikolaus-von-Kues-Gymnasium machen 97 Schüler ihr Abitur.

Cusanus-Gymnasium Wittlich Der größere Sicherheitsabstand vergrößert den Platzbedarf. Architektonisch komme das Cusanus-Gymnasium den Anforderungen entgegen, sagt Schulleiter Wolfgang Mayer: „Der Vorteil ist, dass wir eine große Mensa haben, in der wir bis zu 35 Schülerinnen und Schüler unterbringen können.“ In der Mensa sei der Sicherheitsabstand gewahrt, dort sorge auch eine gefilterte Klimaanlage für genügend frische Luft, so Mayer. Die ersten drei schriftlichen Prüfungen sollen in der Mensa stattfinden.

Die Schulen sind auch zusätzlich gefordert, wenn es Schüler gibt, die einer Risikogruppe angehören. Das ist im Cusanus-Gymnasium dieses Jahr der Fall. Die Lehrer stellten sicher, dass betroffene Personen einen größeren Sicherheitsabstand zu anderen einhalten können.

Aber Corona wirkt sich ebenfalls auf die Lehrer aus: „Auch die Zahl der Aufsichtspersonen wurde reduziert, normal wurde immer stündlich gewechselt“, sagt Schulleiter Wolfgang Mayer.

Peter-Wust-Gymnasium Wittlich Schulleiterin Monika Metzen-Mirz ist zuversichtlich mit Blick auf die Prüfungen: „Wir haben eine kleine Aula, unseren Mehrzweckraum, die ehemalige Kapelle der Schule. Da bekommen wir 20 Schülerinnen und Schüler gut hinein.“ Die Planung sei relativ unproblematisch gewesen, da die Schüler vor den Prüfungen zu Hause seien und genügend freie Räume in der Schule zur Verfügung stünden. Am Peter-Wust-Gymnasium machen dieses Jahr 67 Schüler ihr Abitur.

IGS Salmtal Auch bei der IGS Salmtal sei alles im grünen Bereich. Als Neubau habe die Schule ausreichend große Räume, sagt Schulleiterin Heike Hofmann. Es gäbe kein Problem, die Schüler während der Prüfung mit ausreichend Abstand unterzubringen. Besonders wichtig: „Wir wollten so viel Normalität haben wie möglich, damit die Schüler mit einem guten Gefühl in die Prüfungen gehen.“

Sollte jemand an den Prüfungstagen verschnupft sein, könnte der Schüler in einem extra bereitgestellten Raum untergebracht werden, sofern sich die betroffenen Schüler in der Lage fühlten, die Prüfung mitzuschreiben.“

IGS Morbach Mit den 37 Abiturienten ist die Schülerzahl im Vergleich zu den anderen Schulen noch überschaubar. „Wir haben das Glück, dass wir einen sehr großen Prüfungsraum haben, nämlich die alte Mensa, die wir als Mehrzweckraum nutzen“, sagt Oberstufenleiterin Monika Dusaux. Dort ließen sich die Abstände ohne Probleme einhalten.

Dass die Schüler während der Prüfung ihre Masken abnehmen könnten, hält Dusaux für richtig: „Das macht in meinen Augen auch Sinn, die Schüler schreiben teilweise bis zu sechs Stunden und müssen dabei Höchstleistungen abrufen.“ Da sei es sinnvoll, wenn die Schüler von einer womöglich störenden Maske befreit sind. Bei der IGS Morbach gibt es eine Person unter den Schülern, die zu einer Risikogruppe gehöre. Die betreffende Person könne man so positionieren, dass sie einen noch größeren Abstand als die geforderten zwei Meter um sich habe.

Gymnasium Traben-Trarbach Nicht alle Gymnasien beginnen schon im Januar mit der Prüfungsphase. Gymnasien mit achtjährigem Bildungsgang (G8) haben andere Prüfungszeiten – so auch das Gymnasium Traben-Trarbach. Die Schüler schreiben ihre Prüfungen dieses Jahr zwischen April und Juni.