Wo selbst das Navi sich verirrt

Die B 53 zwischen Kröv und Rißbach ist seit April gesperrt - wegen Arbeiten für die neue Moselbrücke. Die Straße nach Traben ist immer noch dicht und nach wie vor müssen Umwege in Kauf genommen werden. Die Anwohner sind genervt, kümmern sich aber freundlich um Verirrte0.

Rißbach. "Wo bitte geht es hier nach Kröv?" Diese Frage hören die Rißbacher seit der Sperrung der B 53 sehr oft. Am Ortseingang ist in der Tat Ende: alles ist hermetisch abgesperrt vor der Baustelle. Aber das scheinen viele nicht zu verstehen: "Es geht hier wirklich nicht weiter nach Kröv! (Auch nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad). Wir wünschen Ihnen trotz aller Umstände noch einen schönen Tag und einen entspannten Urlaub an der Mosel!". Diese Sätzen prangen auf Schildern, die am Bauzaun am Ende des Ortsteils aufgehängt sind. Zum netten Hinweis gibt es sogar noch eine Beschreibung, wie man auf welchem Wege nach Kröv gelangt. Die Anwohner der Straße haben sich das einfallen lassen. Dennoch sind sie verärgert, wollen aber nicht namentlich genannt werden. "Ständig fahren hier Autos, Campingwagen oder LKW rein und kommen nicht weiter." Sogar Mauern seien beim Wenden schon touchiert worden, berichten mehrere Anlieger. Eric Olsen aus Schweden ist mit seiner Familie an die Mosel gekommen und will gerade jetzt nach Kröv, durch Rißbach. "Die Navigation sagt, ich muss hier durch, aber wie?" Eine Anwohnerin lacht: "Es ist immer das Gleiche: Das Tom-Tom sagt, durch Rißbach fährt man nach Kröv, und was das Tom-Tom sagt, ist auch Gesetz." Diese Situation erleben die Rißbacher tagtäglich mehrfach seit April. "Wo muss ich denn fahren?", fragte der schwedische Tourist. Die Anwohner helfen ihm weiter: "Wir nehmen es mit Humor, was sollen wir denn sonst machen?"
Dass die Beschilderungen nicht ausreichen, das bestreitet der Landesbetrieb Mobilität in Trier (LBM): "Die Beschilderung der Baustelle ist nach verkehrsbehördlicher Anordnung aufgestellt, dies wird laufend von uns überprüft. Die Hinweise auf die Ausweisung der Umleitungen könnten nicht deutlicher sein", beteuert Guido Wacht vom LBM.
"Wir gehen nach dem jetzigen Baustand davon aus, dass die Vollsperrung in der ersten Oktoberhälfte aufgehoben wird. Eine Durchfahrt über die Baustelle auf der Rißbacher Seite ist dann wieder frei", so Wacht. Das "Verzögerungsproblem" liegt im Berg: Hangsicherung und Sicherung der Stützwand hätten sich durch den späten Start verzögert. Nach Abschluss der Hangsicherung für die rund 200 Meter lange und bis zu neun Meter hohe Stützwand gäbe es hierfür noch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Die Anwohner sind geduldig und hoffen, dass ihnen der Berg keinen Strich durch die bald wieder befahrbare Straße machen wird.