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Verkehr
Keine Anliegerkosten in Kues

Rund 100 Bürger kommen zur Informationsveranstaltung zum Ausbau der Cusanusstraße in Bernkastel-Kues.
Rund 100 Bürger kommen zur Informationsveranstaltung zum Ausbau der Cusanusstraße in Bernkastel-Kues. FOTO: TV / Hans-Peter Linz
Bernkastel-Kues. Die Stadt Bernkastel-Kues und der Landesbetrieb Mobilität informieren über die Sanierung der stark befahrenen Straße. 2019 soll es losgehen – voraussichtliches Ende der Bauarbeiten: 2023. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

Die Veranstaltung wurde von vielen Anwohnern mit Spannung erwartet: Am Mittwochabend informierten die Stadt Bernkastel-Kues und der Landesbetrieb Mobilität über die Sanierung der Cusanusstraße, die sich bis 2023 hinziehen wird. „Die Bauzeit, die einmal auf 1,5 Jahre geplant war, wird deutlich länger sein, was wir zu ertragen haben,“ sagte Stadtbürgermeister Wolfgang Port vor dem Hintergrund, dass an dieser Baumaßnahme kein Weg vorbei führt.

Der Straßenbelag muss ebenso wie die teilweise aus den 1930er Jahren stammenden Kanäle erneuert werden. Dabei wird auf das neue Trennsystem umgestellt, das zwei separate Kanäle für Schmutzwasser und Oberflächen/Regenwasser vorsieht. Hinzu kommen neue Versorgungsleitungen. Derzeit laufen Gespräche mit der Telekom und weiteren Versorgern.

Die circa 1000 Meter lange Straße, die inklusive Planungskosten 6,2 Millionen Euro kosten wird, wurde in acht Bauabschnitte aufgeteilt, für die jeweils passende Umleitungen ausgewiesen werden, wie etwa über die Brüningstraße. Der Schwerlastverkehr soll komplett an Bernkastel-Kues vorbeigeleitet werden (der Trierische Volksfreund berichtete am 28. November).

Die Anwohner haben in der Diskussionsrunde viele Fragen zu mehreren Themenbereichen gestellt, die großenteils von Verwaltung, VG-Werken und LBM beantwortet werden konnten:


Wie hoch sind die Bordsteigkanten mit Blick auf beeinträchtigte Menschen?

Die Kanten liegen mit vier bis sechs Zentimeter im Rahmen für barrierefreie Zugänge. Das Thema ist derzeit in der Abstimmung mit dem Behindertenbeirat.

Gibt es eine Vorsorge gegen Starkregenereignisse?

Ein Anwohner bemerkte, dass bei ihm bei Starkregen häufig der Keller volllaufe. Auch der Geschäftsführer des Edeka-Marktes am Forum verwies darauf, dass sein Geschäft bereits sechs Mal auf einer Höhe von drei bis vier Zentimetern unter Wasser stand. Deshalb wird die gesamte Entwässerungssituation neu überplant und optimiert werden.

Müssen alle Häuser auf das Trennsystem umrüsten?

Bei alten Häusern mit nur einem Kanalanschluss reicht es, die vordere Regenrinne umzuhängen. Dabei lässt sich in einem Durchgang auch eine Rückstausicherung einbauen.

Wäre eine Fußgängerquerungshilfe im Bereich des Kreisels am Aldi/Sparkasse möglich?

Das wurde von vielen Anwohnern gewünscht. Allerdings ist dort bislang eine Bushaltestelle, für die es beim Ausbau zwei Optionen gibt: Entweder wird die Haltebucht verlängert, damit auch Gelenkbusse halten können – oder die Bucht wird aufgegeben, und die Busse halten auf der Straße, was aber zu langen Staus führen würde. Nur dann ist eine Fußgängerquerung möglich. In der Diskussion verwiesen Anwohner darauf, dass diese Haltestelle kaum genutzt werde und in der Nähe auch eine Haltestelle auf dem Forumsplatz ist. Deshalb soll geprüft werden, ob die Haltestelle aufgegeben werden kann.

Ist für die Gewerbetreibenden mit Umsatzrückgängen zu rechnen?

Markus Petereit vom Edeka-Markt wies darauf hin, dass man möglicherweise mit 20 bis 30 Prozent Rückgang rechnen müsse. Vertreter der Stadt antworteten, dass man versuche, die Zufahrten möglichst lange zu erhalten. Zudem soll – mit Blick auf das neue Hotel in der Triniusstraße – frühzeitig das Terminfenster für mögliche Vollsperrungen mitgeteilt werden.

Wo können Anwohner parken, wenn sie ihr Haus nicht mehr anfahren können?

Stadtbürgermeister Port verwies darauf, dass in der Tiefgarage Parkplätze für Anwohner reserviert werden könnten. Außerdem könnte auch der Forumsplatz fürs Parken geöffnet werden.

Wie lange dauern die Vollsperrungen?

Bei einer Bauzeit von rund 3,5 Jahren werden immer nur die Bauabschnitte gesperrt, in denen auch gebaut wird – also voraussichtlich jeweils circa vier bis sechs Monate pro Bauabschnitt.

Müssen die Anlieger sich an den Ausbaukosten beteiligen?

Nein – denn in Bernkastel-Kues gibt es das System der wiederkehrenden Beiträge, so dass die Ausbaukosten durch den Gesamthaushalt getragen werden. Nach Abzug aller Zuschüsse bleiben circa 120 000 Euro für den Ausbau der Bürgersteige übrig, die die Stadt Bernkastel-Kues aus ihrem Haushalt bezahlt. Da die Cusanus­straße eine Landesstraße ist, bezahlt das Land die Fahrbahndecke, die Verbandsgemeinde-Werke bezahlen den Kanal.