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Viele offene Fragen

BINSFELD. (peg) Lediglich informiert hatte Bürgermeister Lothar Herres den Gemeinderat in der vergangenen Sitzung über das, was er über die Abholzungen und Wiederaufforstungen rund um die Airbase wusste. Ein Beschluss wurde nicht gefasst.

"Der Wald, der uns gehört, bleibt auch im Eigentum der Gemeinde." Das steht für Bürgermeister Lothar Herres fest. Und: Bisher hat er gegenüber dem Bundesvermögensamt keinerlei Zustimmung signalisiert. Er wisse noch nicht einmal exakt, welche Gebiete betroffen seien, und was dort derzeit exakt an Bewuchs stehe, sagt er. Der Rat hatte sich mit den geplanten Rodungen und anschließenden Wiederaufforstungen rund um die Airbase befasst. Die Rodungen sind nötig, um die Einflugschneise der Airbase für Frachtflieger sicherer zu machen. Etwa 34 Hektar Wald der Gemeinden Binsfeld, Landscheid und Spangdahlem sind von einer eventuellen Umwandlung betroffen (der TV berichtete) - wie stark im einzelnen ist noch unklar. Und so konnte Lothar Herres in der Ratssitzung auch wenig konkrete Informationen weitergeben. Ob es zusätzliche freie Fläche auf Gemeindeeigentum geben werde, ob höherer oder niederer Bewuchs angepflanzt werde, falls das angedachte neue Landesystem auf dem Flugplatz installiert werde - alles sei noch Spekulation, so Herres. Fakt hingegen sei, dass es zu einer Erweiterung der freien Flächen hinunter in Richtung Kailbach kommen werde. Das habe jedoch für Binsfeld keinerlei Relevanz: Hier besitzt die Gemeinde keine Flächen, die gehören zu Landscheid. Möglicherweise komme es später lediglich zu einer Entschädigung für den Aufwuchs. Herres: "Ich befürchte nicht, dass hier Reichtümer zu erben sind." Verbandsbürgermeister Christoph Holkenbrink erklärte, dass "eine sinnvolle Kontur" in die Landschaft komme, falls das neue Landesystem, das in eine höhere Sicherheitskategorie gehöre, für die Airbase ausgewählt werde. Im Luftverkehrsgesetz stehe, dass Hindernisfreiheit in An- und Abflug hergestellt werden müsse.In 14 Tagen soll es mehr Informationen geben

Ramstein besitze die höchste Sicherheitsstufe: Hier können die Piloten auch bei widrigsten Witterungsbedingungen noch starten und landen. Man könne große Transportermaschinen nicht in endlos lange Warteschleifen über Binsfeld schicken, sondern müsse sie irgendwann wieder sicher vom Himmel holen. Die Binsfelder scheint das alles nicht sehr zu interessieren. Nur eine Hand voll Zuhörer hatten die Gemeinderatssitzung besucht. Wenige Tage nach der Ratssitzung fand eine weitere Informationsveranstaltung für die von der eventuellen Umwandlung betroffenen Waldbesitzer rund um Spangdahlem statt. Auf TV -Anfrage erklärte Lothar Herres Verständnis dafür, dass die Informationen zu dem Thema bislang noch recht vage seien. Es müsse alles vor Ort ausgemessen werden, und dies sei nun erst möglich. In 14 Tagen erfahre man jedoch Näheres.