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Mehr Unfälle, weniger Verletzte

Autofahrer sollten diese Warnschilder beachten: Etwa 40 Prozent aller Unfälle sind Zusammenstöße mit Wildtieren. TV-Foto: Archiv/Ilse Rosenschild
Autofahrer sollten diese Warnschilder beachten: Etwa 40 Prozent aller Unfälle sind Zusammenstöße mit Wildtieren. TV-Foto: Archiv/Ilse Rosenschild
Prüm. Deutschlandweit ist die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr gesunken - ein Trend, der sich im Bezirk der Polizeiinspektion Prüm nicht bestätigt. Dort ist die Zahl der Unfälle leicht um rund 1,4 Prozent auf 1403 gestiegen. Vier Menschen verloren 2012 im Straßenverkehr ihr Leben, genauso viele wie 2011. Christian Brunker

Prüm. Es kracht wieder häufiger: Entgegen der bundesweiten Entwicklung verzeichnet die Polizeiinspektion (PI) Prüm einen leichten Anstieg bei den Unfallzahlen im vergangenen Jahr. Auf den Straßen zwischen Dasburg und Birgel krachte es insgesamt 1403 Mal, das sind 19 Unfälle oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Drei Unfälle hatten tödliche Folgen, vier Menschen verloren ihr Leben. Das sind genauso viele wie 2011.
Der folgenschwerste Zwischenfall ereignete sich Mitte Juni auf der A 60 in Höhe der Ausfahrt Bleialf: Ein junges Pärchen geriet dort mit seinem Wagen auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem entgegenkommenden Auto. Die beiden jungen Leute waren offenbar sofort tot, der Fahrer des anderen Autos wurde schwer verletzt. Auch auf der B 410 bei Lichtenborn und auf der L 23 bei Olzheim hatten Unfälle fatale Folgen.

Die Zahl der Schwerverletzten ist hingegen gesunken: Wurden 2011 noch 74 Menschen nach 55 Zusammenstößen ins Krankenhaus gebracht, so waren es 2012 nur 56 Schwerverletzte bei 46 Unfällen. Die meisten, rund zwei Drittel, ereignen sich außerhalb geschlossener Ortschaften.
Anteil junger Fahrer sinkt


Erfreulich ist aus Sicht der Prümer Polizei, dass die Präventionsarbeit für die Gruppe der jungen Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren offenbar langfristig Erfolge bringt. Erstmals, sagt Polizeichef Christoph Cremer, liege deren Anteil an den Unfällen bei unter 20 Prozent. "Es ist zu hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt." Dennoch ist diese Altersgruppe an 18,1 Prozent der Unfälle beteiligt und damit häufiger, als es ihrem Anteil an der Bevölkerung (8,1 Prozent) entspricht. Deshalb werde man auch weiterhin versuchen, die Entwicklung durch konsequente und zielgerichtete Kontrollen zu bestätigen. Positive Erfahrungen machen die Beamten mit dem begleiteten Fahren für 17-Jährige. Sie waren nur in zwei Unfälle verwickelt. "Dieser positive Trend wird auch auf Landesebene bestätigt", sagt Cremer. Man könne feststellen, dass diese Art des Fahrens relativ sicher sei.
Zumindest laut den Zahlen der PI Prüm ist auch das Motorradfahren im vergangenen Jahr sicherer geworden: 28 Unfälle haben die Beamten aufgenommen, das liegt deutlich sowohl unter dem Wert für 2011 (35), als auch unter dem Schnitt aus den vergangenen zehn Jahren (37,9).
Häufigste Unfallart sind Wildunfälle. 571-mal kam es zum Zusammenstoß mit einem Wildtier, das sind rund 40 Prozent aller erfassten Unfälle. "Obwohl bereits im Vorjahr ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen war, hält dieser Trend weiterhin an", sagt Cremer. Autofahrer müssten in der Eifel entlang von Feldern und Wäldern grundsätzlich mit Wild rechnen.
Extra

Die Polizeiinspektion Prüm ist für die Verbandsgemeinden Arzfeld, Prüm und Obere Kyll zuständig. Dort leben knapp 40 000 Einwohner auf einer Fläche von 870 Quadratkilometern. Mit der Autobahn 60 und der B 51 verlaufen stark frequentierte Straßen durch den Zuständigkeitsbereich. ch