Metaller am längsten krank

Metaller am längsten krank

TRIER. Sind die Rheinland-Pfälzer kränker als der Rest der Deutschen? Der Landesverband der Betriebskrankenkassen hat nun Zahlen über den Krankenstand vorgelegt. Ergebnis: Die Beschäftigen im Land sind im Vergleich zum Bundesdurchschnitt länger krank.

Der Krankenstand in den Betrieben wird zur Währung. Je niedriger der Ausfall wegen Grippe, Rückenschmerzen oder Verletzungen, desto niedriger die Lohnnebenkosten. Und um so wettbewerbsfähiger ist ein Unternehmen. Daher werden gerade in Wahlkampfzeiten die Krankenstände gerne immer wieder thematisiert und entsprechende Statistiken herangezogen, die je nach Standpunkt unterschiedlich interpretiert werden. Ständig werden neue Ideen hervorgezaubert, um den Krankenstand zu senken oder für die Unternehmen billiger zu machen. Fakt ist: Die Zahl der krankheitsbedingten Fehlstunden ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Im Schnitt fehlten die Beschäftigen 3,4 Prozent der Arbeitszeit. Laut Bundesgesundheitsministerium der niedrigste Stand seit 1970. In Arbeitstagen ausgedrückt bedeutet das: Ein Arbeitnehmer fehlte laut dem Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) im Schnitt 13 Tage wegen Krankheit. 2003 waren es noch 14 Tage. Auch in Rheinland-Pfalz ging der Krankenstand gegenüber 2003 zurück. Statt 14 Tage waren die Beschäftigen im Land nach Auswertungen des BKK-Landesverbands im vergangenen Jahr im Schnitt nur noch 13,6 Tage krank. Das war allerdings ein halber Tag mehr als der Bundesdurchschnitt. Vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparates, Erkältungen, Atemwegserkrankungen und Verletzungen legten die Beschäftigen tagelang lahm, so die Betriebskrankenkassen. Am längsten krank waren im vergangenen Jahr die Metallverarbeiter. Sie fehlten 14,8 Tage, einen Tag länger als die Kollegen im restlichen Bundesgebiet. Auch die im Handel Beschäftigten waren mit 12,2 Tagen einen Tag länger krank als der Bundesdurchschnitt der Branche. Nur einen halben Tag 11,4) länger fehlten die Arbeitnehmer der Dienstleistungsbranche. Die Angestellten in der öffentlichen Verwaltung blieben hingegen einen halben Tag weniger zu Hause als ihre Kollegen in anderen Bundesländern: 15 Krankheitstage fielen im Schnitt bei den Verwaltungsangestellten an, auf Bundesebene waren es 15,6 Tage. Vor allem die psychischen Erkrankungen nähmen immer mehr zu, so die Betriebskrankenkassen. Acht Prozent der Krankheitstage würden dadurch verursacht, fanden die BKK-Statistiker heraus. Die Betriebskrankenkassen gehen davon aus, dass der Krankenstand in diesem Jahr wieder steigen und das Niveau von 2003 erreichen wird. Bundesweit stieg der Krankenstand im ersten Halbjahr 2005 von 6,6 auf 6,8 Tage.