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Was, wenn Tomaten Grünkragen, Braunfäule , Blütenendfäule haben?

Kolumne „Ach du meine Gurke“ : Tomaten! Was seid Ihr für Prinzessinnen! – Diese Probleme bringt das Gemüse mit sich

In ihrer Kolumne „Ach du meine Gurke!“ berichtet Katharina de Mos über ihre Erfahrungen im Selbstversorgergarten. Heute: Das ABC der Tomatenprobleme: Grünkragen, Braunfäule, Blütenendfäule & Co.

Tomaten! Was seid Ihr für Prinzessinnen! Da tun wir so viel für Euch! Bauen Euch ein Gewächshaus, pflanzen Euch in 1a-Erde, kommen täglich nach Euch gucken, warten ungeduldig, dass Ihr endlich rot werdet, während die Sonne monatelang schöner scheint als in Italien. Und dann das! In unserem Garten tummelt sich das ABC der Tomatenprobleme.

A, wie die Tomaten sind aufgeplatzt:

Am Abend bei all der Dürre noch gut Wasser gegeben und gedacht: Da freuen die sich. Endlich Wasser! Am Morgen sind die armen Dinger aufgeplatzt. Tiefe Risse lassen bis aufs Fruchtfleisch blicken. So erging es allzu oft den Tomaten, die ich in Kübel gepflanzt hatte und einmal täglich von Hand bewässere. Beim Googeln lerne ich: Die habe ich nicht gut bewässert. Tomaten mögen es gleichmäßig, ans Wetter angepasst, nicht zu viel auf einmal. Das kriegt unser Bewässerungscomputerchen deutlich besser hin als ich. Außerdem wäre es möglich, dass wir zu viele Triebe an einem Tag ausgegeizt oder zu viele Blätter gleichzeitig entfernt haben.

B wie Blütenendfäule

Was, wenn Tomaten Grünkragen,  Braunfäule , Blütenendfäule haben?
Foto: TV/Katharina de Mos

Da machen die Tomätchen, die ich leichtsinnigerweise in eine Bütte ohne Abflusslöcher gepflanzt hatte, weil die richtigen Beete und Töpfe schon voll waren, endlich rote Früchte. Doch die Fruchtenden sind matschig braun. Die Früchte sind noch essbar, aber so gar nicht appetitlich. Selber schuld, kann ich mir da nur sagen. Hättest Du die armen Pflanzen mal in einen ordentlichen Topf oder einfach in die Erde gesetzt! Tomaten lieben – bekanntermaßen – gleichmäßige Bewässerung. Und in dieser blöden Bütte sind sie fast immer zu trocken oder zu nass. Eine andere Ursache für die Blütenendfäule kann Kalziummangel sein. Also könnte es auch helfen, den Kerlchen mal wieder einen echten Tomatendünger mit Kalzium zu gönnen.

G wie Grünkragen

Was, wenn Tomaten Grünkragen,  Braunfäule , Blütenendfäule haben?
Foto: TV/Bram de Mos

Endlich werden die Früchte rot, aber wieso nicht überall? Oben am Stielansatz haben viele unserer Val- oder San Marzano-Tomaten einen grünen oder gelben Kragen mit verhärtetem Fruchtfleisch. Dramatisch ist das nicht. Man kann ihn einfach wegschneiden und schmeckt auch keinen Unterschied. Trotzdem Schade. Die möglichen Ursachen sind schnell recherchiert: zu starke Sonneneinstrahlung und Hitzestau werden als erste Ursache genannt. Das passt ja perfekt zum Sommer 2022! Übertriebenes Ausgeizen und Zurückschneiden gilt als Ursache Nummer zwei. Das passt ja perfekt zu der Debatte, die ich mit meinem Liebsten hatte, der den Tomaten fast sämtliche Blätter abschnitt, damit die Früchte mehr Sonne bekommen. Auf meine Einwände, dass die Blätter an so ner Pflanze doch bestimmt auch ne Funktion haben, sagte er charmant „Papperlapapp“ und schnippelte weiter.

Und all die anderen Probleme mit Tomaten

Von der Braunfäule, die 2021 sämtliche Pflanzen dahingerafft hat (zu erkennen an dunklen Flecken und Punkten an Blättern und Stängeln) blieben wir bisher verschont. Aber das kann ja noch kommen. Dafür gab es im Palazzo Pomodoro (dem offenen Tomatenhäuschen) anfangs vergilbte Blätter, die auf Nährstoffmangel hindeuteten. Da half uns Dünger. Im neuen Gewächshaus hingegen schadete er, weil offenbar zu viel Stickstoff im Boden war, erkennbar an dunkelgrünen Blättern, die sich zusammenrollen. Auch weißliche Flecken, die auf Sonnenbrand hindeuten und schlaff hängende Blätter, die von Wassermangel zeugen, gab es in diesem Extremsommer reichlich zu sehen. Immerhin: Vor Schimmel blieben wir verschont. Schön!

Ein ungewöhnliches und sehr spezielles Problem sind für unsere Tomaten die Melonen, die wir ins Gewächshaus gepflanzt haben und die einfach alles überwuchern. Aber gut.

Z wie zuletzt: wird es dennoch eine Ernte geben. Der Sonne sei Dank! Und bald schwimmen wir in Tomatensalat und Nudelsauce. Hoffe ich.

In der Kolumne „Ach du meine Gurke!“ berichtet unsere Autorin Katharina de Mos wöchentlich über ihre Erfahrungen mit Krumpern, Kompost oder Kürbissen. Anmerkungen, Tipps oder Themen einfach mailen an k.demos@volksfreund.de