Schwimmen in Flüssen und Seen kann gefährlich werden

Zweiter Teil der Sommerserie 2019 : Beim Wasserspaß ist Vorsicht geboten -TV-Tipps zum sicheren Baden

Viele Schwimmer schreckt auch der Sprung in einen Fluss oder See nicht ab. Dabei sollten sie bedenken, dass diese Gewässer nicht zu unterschätzen sind. In unserer TV-Sommerserie geben wir Tipps zum sicheren Baden und erklären, wo Schwimmen erlaubt ist – und wo nicht.

Eine erfrischende Abkühlung, wenn es richtig warm ist – das ist im Sommer für viele Menschen verlockend. Aber Vorsicht! Baden in Flüssen und Seen ist gefährlicher, als es manchmal aussieht. Es birgt viele unterschätzte Gefahren. So starb 2018 ein junger Mann in Trier, weil er die Mosel mit einem Freund durchqueren wollte. Dabei ging er unter und ertrank, weil ihm die Kraft ausging.

Auf der Seite des  Umweltbundesamts heißt es: „Baden Sie in angemeldeten Badegewässern!“ Zudem sind dort die Warnungen „Niemals in unbekannte Gewässer springen!“ und „Strömungen beachten!“ zu finden. Dass ein Missachten dieser Hinweise sehr gefährlich ist, beweisen die Zahlen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (kurz: DLRG). 2018 ertranken in Deutschland 504 Menschen. Davon verloren 435 ihr Leben, als sie in Flüssen, Seen oder Kanälen schwammen. Im selben Jahr wurden laut DLRG 974 Menschen von den Rettungsschwimmern vor dem Tod bewahrt.

Ein großes Problem stellt laut DLRG dar, dass immer mehr Menschen nicht richtig schwimmen können. Präsident Achim Haag plädiert dafür, nicht noch mehr Schwimmbäder in Deutschland zu schließen, um „die Schwimmfähigkeiten der Deutschen zu erhalten“. Die anhaltende Schließung von Bädern und die Umfunktionierung von Schwimmbädern zu Spaßbädern trage ebenfalls nicht zur Sicherheit im Wasser bei. Laut einer Umfrage im Auftrag der DLRG sind rund 60 Prozent der zehnjährigen Kinder in Deutschland keine sicheren Schwimmer.

In der Region laden manchen Wasser-Fan die Saar, die Mosel und die Eifelmaare in den Sommermonaten zum Baden ein. Laut Kathrin Angnes von der DLRG Saar ist das Schwimmen in der Saar jedoch grundsätzlich verboten. Außerdem solle man im eigenen Interesse nur an bewachten und ausgewiesenen Stellen schwimmen gehen. Allerdings werden Flüsse grundsätzlich nicht bewacht.

Anne Schumann vom GesundLand Vulkaneifel weist darauf hin, dass die Mehrzahl der Maare Naturschutzgebiete sind. Einige Maare bieten im Sommer jedoch Abkühlung, dort ist es erlaubt zu schwimmen. Dazu zählen das Schalkenmehrener Maar, das Gemündener Maar, das Pulvermaar und das Meerfelder Maar. Auch hier gelten die allgemeinen Baderegeln. Zusätzlich gibt es aber noch spezielle Regeln: Laut Valerie Schneider vom GesundLand Vulkaneifel können Maare sehr tief sein. Vor allem in den unteren Wasserschichten seien sie sehr kalt, was unter Umständen zu Beinkrämpfen führen kann. „Grundsätzlich bestehen jedoch dieselben Gefahren, die es auch in Seen zu beachten gilt.“

Laut Marco Vogt, Leiter der Verbandskommunikation des DLRG-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, ist es grundsätzlich nicht erlaubt, in der Mosel zu schwimmen. Durch Schifffahrt, Strudel und Pfeiler sei das Schwimmen zu gefährlich. Das Risiko sei viel zu hoch, und viele Menschen seien schon gestorben bei dem Versuch, die Mosel zu durchqueren – 2018 ertranken 22 Menschen in der Mosel.

Wie Matthias Pauly, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des DLRG Rheinland-Pfalz, mitteilt, stellen auch Wasserpflanzen, die man unter Wasser nicht erkennen kann, eine große Gefahr für Schwimmer dar. Die Schwimmer könnten sich darin verfangen und in Panik geraten. Auch die Wassertemperatur könne zu einer Gefahr werden. „Selbst wenn es draußen warm und sonnig ist, muss das nicht auf die Wassertemperatur zutreffen.“ Wenn man also ohne vorherige Abkühlung ins kalte Wasser springt, kann es passieren, dass man einen Schock bekommt.

Gabriele Becker, Geschäftsführerin des Triolago, gibt Hinweise für die Nutzung des Naturbadesees in der Nähe von Trier. „Hier ist das Schwimmen in den dafür ausgewiesenen Bereichen erlaubt.“ Zu beachten gilt: „Wer hier schwimmen gehen will, sollte den Bereich vermeiden, der durch eine blaue Linie gekennzeichnet ist. Hier wächst ein Tausendblatt. Das ist eine Wasserpflanze, die vom Grund bis zur Wasseroberfläche reicht. Die Gefahr, sich darin zu verfangen, ist zu groß. Eltern sollten zudem auf ihre Kinder achten.“ Auf dem Wasser sind Tret- und Ruderbootfahren möglich. Der Wakepark Triolago bietet Wasserski-Spaß für Anfänger und Fortgeschrittene. Preise fürs Schwimmen: Kinder bis sieben Jahre sind frei, Kinder bis 14 Jahre zahlen 2 Euro Eintritt, Erwachsene 3 Euro. www.triolago.eu

Mitten im Grünen, umgeben vom Naturpark Saar-Hunsrück, liegt das 335 Hektar große Areal des Freizeitzentrums Bostalsee. Wegen des Segel- und Surfbetriebes ist das Baden nur in den beiden Freibädern Bosen und Gonnesweiler erlaubt, die jeweils in einen Schwimmer- und einen Nichtschwimmerbereich unterteilt sind. Beide Bäder verfügen über Sandstrände, Liegewiesen und viele weitere Annehmlichkeiten, damit der Luxus beim naturnahen Baden nicht zu kurz kommt. Daneben bietet das Freizeitzentrum jede Menge weiterer Möglichkeiten zur Naherholung, die vom Angeln über Tretbootfahren, Surfen und Segeln bis hin zum Wandern oder Radeln reichen.

Öffnungszeiten (Freibäder): Während der Badesaison von 8 bis 20 Uhr, in den Sommerferien bis 20.30 Uhr. Witterungsabhängige Änderungen der Öffnungszeiten sind möglich.

Preise: Angeln (Tagesschein) neun Euro, Bootsvermietung Tret-/Ruderboote zehn Euro pro Stunde, Seenutzungsgebühr (eigenes Paddel-, Ruder- oder Schlauchboot) drei Euro pro Tag, Schwimmbäder: Erwachsene vier Euro, ermäßigt zwei Euro. www.bostalsee.de

 Ebenfalls inmitten des Naturparks Saar-Hunsrück liegt das Freizeitzentrum Losheimer Stausee. Gespeist wird der zwischen 1972 und 1974 angelegte und bis zu 14 Meter tiefe See vom Losheimer Bach. Zugang zum Wasser gibt es über die Liegewiesen entlang des Seerundwanderwegs oder über das Strandbad. Ob einfach nur schwimmen, Tretboot fahren, Stand-up-Paddling oder angeln, das Angebot bietet für jeden etwas. Außerdem wartet auf die Besucher zwischen Stausee und dem SeeGarten ein 2000 Quadratmeter großer Wasserspielplatz mit vielen Spielgeräten. Der Wasserspielplatz ist zum einen vom Strandbad als auch vom Gartenbistro aus zugänglich. Ein offener Wasserlauf, der durch den Einbau eines Pumpenspeichers Wasser aus dem Stausee bekommt, schlängelt sich durch die gesamte Anlage. Im Strandbad wurde direkt neben dem Wasserwald am Seeufer speziell für die kleinen Besucher ein zwölf Meter langes Piratenschiff aus Holz installiert. Wer einfach nur entspannen möchte, kann dies in einem der vielen Strandkörbe in der neu angelegten Sandbucht tun.

Öffnungszeiten: Strandbadkasse von 11 bis 18 Uhr, Bistro/SeeGarten/Wasserspielplatz/(auch Strandbadzugang)/Minigolf von 10 bis 20 Uhr, Tretboot-Verleih ab 11 Uhr, Stand-up-Paddle-Verleih von 15 bis 18 Uhr, am Wochenende von 13 bis 18 Uhr.

Preise: Eintritt SeeGarten, Strandbad und Wasserspielplatz: Erwachsene 3,50 Euro, Kinder sechs bis 15 Jahre 1,50 Euro. Eintritt Liegewiesen: Erwachsene 2,50 Euro, Kinder sechs bis 15 Jahre, ein Euro. Leihen Tretboote: halbe Stunde vier Euro, eine Stunde sieben Euro. Stand-up-Paddling: halbe Stunde zehn Euro, eine Stunde 15 Euro, zwei Stunden 25 Euro. Fahren auf dem See mit privatem Boot: eine Stunde kostenlos, jede weitere Stunde 1,50 Euro.

www.losheim-stausee.de

Etwas mehr als 70 Kilometer von der saarländisch-lothringischen Grenze entfernt, in der Nähe von Saarebourg, liegt der Étang du Stock. Er bildet mit rund 700 Hektar die größte schiffbare (motorisiert) Wasserfläche Lothringens und dient als Speiseweiher für den Saarkanal. Besonders beliebt bei Touristen ist die am See gelegene Gemeinde Rhodes mit ihrem Campingplatz. Einige Kilometer weiter, in Langatte, gibt es ein großes Freizeitzentrum mit einem Thermalbad, einem Campingplatz und zahlreichen Blockhütten. In Strandnähe sind Plätze zum Picknicken und Grillen eingerichtet. Schwimmen im Stockweiher ist natürlich kein Problem. Aber auch Bootskapitäne und Angler kommen auf ihre Kosten.[Link auf http://www.tourismus-lothringen.de]

www.tourismus-lothringen.de

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