Anarchie im Herzvorhof

Trier. Während der Herzwoche 2006 finden derzeit bundesweit laienverständliche Informationsveranstaltungen statt. Auch in Trier gab es Infos zum Thema Herzrhythmusstörungen.

Herzrhythmusstörungen kommen häufig vor und sind bei vielen Menschen völlig normal. Ist es allerdings zu Veränderungen des Herzens wegen Bluthochdrucks, koronarer Herzkrankheit oder eines Herzklappenfehlers gekommen, können Herzrhythmusstörungen die Vorboten eines plötzlichen Herztodes sein. Über die Hintergründe, Erkennung und Behandlung der Herzrhythmusstörungen informierte jetzt die Deutsche Herzstiftung im Trierer Ärztehaus. Das Vortragsseminar stieß auf großes Interesse. In zwei Vorträgen und einer Fragerunde standen dem interessierten Publikum hochkarätige Spezialisten Rede und Antwort. Im Begleitprogramm hatten die Besucher die Möglichkeit, sich einen Gesundheitspass ausstellen zu lassen. Dazu wurden die aktuellen Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte gemessen. Außerdem gab es jede Menge Begleitmaterial an Informationsständen. Im ersten Referat zu dem Thema "Wie zeigen sich Herzrhythmusstörungen, und wann sind sie medikamentös zu behandeln?" nahm Professor Holger Schwerdt, Chefarzt der Inneren Abteilung des Elisabeth-Krankenhauses, Stellung. Mit Interesse erfuhren die Zuhörer, dass es die vielfältigsten Symptome geben kann. Vom Herzrasen über Luftnot und Schwindelgefühlen bis zur Bewegungsunfähigkeit einzelner Gliedmaßen oder Bewusstlosigkeit reicht das Spektrum. Herzrhythmusstörungen stehen nicht nur für unregelmäßige Schläge, auch eine zu langsame oder eine zu schnelle Schlagfolge kann vorkommen. "Anarchie im Herzvorhof" nannte Schwerdt diesen Zustand. Auch über moderne Diagnosemethoden und wann es denn notwendig sei, Herzrhythmusstörungen überhaupt zu behandeln, sprach der Professor. Dr. Karl-Eugen Hauptmann, Chefarzt der 3. Medizinischen Abteilung des Brüderkrankenhauses, erläuterte in seinem Vortrag, wem die Katheter-Ablation hilft und wann ein Schrittmacher erforderlich ist. In einer anschließenden Diskussionsrunde standen die Spezialisten sowie Professor Bernd Krönig, Vorsitzender des Vereins für Herzsport und Bewegungstherapie, Trier, den Zuhörern für zahlreiche Nachfragen zur Verfügung. Weitere Informationen: