Bahn mit Hang zum Sanieren

IGEL. Im Auftrag der Deutschen Bahn werden noch bis Ende September Sicherungsarbeiten am Sandsteinhang zwischen Igel und Wasserbilligerbrück vorgenommen. Drahtnetze sollen künftig die darunter verlaufende Bahnstrecke Trier-Luxemburg und die B 49 vor losen Gesteinsbrocken schützen.

Anfang Februar hatte die Bahn großes Glück. Ein Felsbrocken von 40 Zentimeter Durchmesser hatte sich von der Sandsteinwand bei Igel, unterhalb des Distrikts "Auf dem Schleitberg", gelöst und war zu Boden gestürzt. Glücklicherweise verfehlte er die Gleise. "Das war für uns der Anlass, eine Hangsicherung in Auftrag zu geben", sagt Bernd Honerkamp, Pressesprecher der Bahn. Noch bis Ende September werden rund zehn Arbeiter der Würzburger Spezialfirma Königl Halterungen für Drahtnetze in den Felsen bohren. Neben der Bahnstrecke wurde ein provisorischer Weg angelegt, auf dem zwei Fahrzeuge mit Hebebühnen rangieren können. Wo diese auf dem 220 Meter langen Abschnitt nicht eingesetzt werden können, werden Arbeiter vom Plateau aus abgeseilt. Eine Zone von etwa zehn Metern Breite soll vorerst ausgespart werden. Dort hat ein Turmfalkenpärchen gebrütet. "Bis die Jungen ausgeflogen sind, wird dort nichts unternommen", sagt Honerkamp. Die zweite Besonderheit betrifft eine Inschrift, die denkmalgeschützt ist. In den Fels eingeritzt ist dort zu lesen, was in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Malter Korn gekostet hat. Die Inschrift soll nach Auskunft des Bahn-Sprechers weiterhin sichtbar sein und nicht durch ein davor hängendes Gitternetz beeinträchtigt werden. Bedenken, "dass die Netze nachher nicht so gut aussehen" hat der Igeler Ortsbürgermeister Franz-Josef Scharfbillig. Eine Begrünung könnte die Optik seiner Meinung nach etwas ansehnlicher gestalten. Doch auch für ihn steht der Sicherheitsaspekt im Vordergrund: "Wir müssen die Bahn gewähren lassen." Die Kosten der Baumaßnahme werden auf 350 000 Euro geschätzt, wobei die Bahn zwei Drittel und die Straßenverwaltung ein Drittel übernimmt.