Ein ewiges Ärgernis

Die guten Nachrichten: 20 städtische Wohnungen in der Magnerichstraße werden erneuert, und die Sanierung der Römerbrücke könnte vom Bund großzügig gefördert werden. Die schlechte Nachricht: Nach wie vor scheinen die Projekte der Sozialen Stadt sowie des Stadtumbaus in Trier West zu stagnieren, und ein Antwortschreiben des Oberbürgermeisters wirft Fragen auf.

Trier. "Die städtischen Wohnungen Magnerichstraße 1, 2 und 3 werden umfassend erneuert", sagte Gabi Schmitt vom städtischen Wohnungsamt bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Trier-West/Pallien. Ein Gutachter habe sich alle städtischen Wohnungen angesehen und er habe als erste Maßnahme die Sanierung dieser Gebäude vorgeschlagen.
Die Stadt investiere fast zwei Millionen Euro in die Sanierung von 20 der insgesamt 68 Wohnungen in der Magnerichstraße.
"Eine ganz tolle Sache", kommentierte Ortsvorsteher Horst Erasmy (CDU) das Vorhaben während der Sitzung des Ortsbeirats im Dechant-Engel-Haus. Mit der Sanierung dieser städtischen Wohnungen werde ein Anfang gemacht. Erasmy richtete ein dickes Lob Richtung Stadt, vor allem an Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Angelika Birk.
Rathaus-Mitarbeiterin Schmitt informierte auch darüber, dass die Prüfung der Möglichkeiten zur Überführung der städtischen Wohnungen in eine neue Organisationsform (der TV berichtete) noch nicht abgeschlossen sei.
Einstimmig unterstützt der OBR auch eine Bewerbung der Stadt: Sie hat das Projekt "Römerbrücke - Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft" im Rahmen des Städtebauförderprogramms des Bundes "Nationale Projekte des Städtebaus" zur Förderung angemeldet. Kommt grünes Licht für das Projekt aus Berlin, könnte die Förderquote für die Sanierung der ältesten Brücke Deutschlands 90 Prozent der Gesamtsumme betragen. Das wären nach jetzigem Stand rund 14 Millionen Euro. Die restlichen zehn Prozent müsste die Stadt aufbringen.
Auch das Thema Soziale Stadt stand wieder auf der Tagesordnung des Ortsbeirats. Weil das Sozialdezernat der Stadt Trier keinen zukunftsfähigen Plan für das Gesamtkonzept Gneisenau vorlegen konnte, hieß es in der Vergangenheit, dem Stadtteil Trier-West seien Fördermittel durch die Lappen gegangen. Das Innenministerium sowie die Stadt Trier hatten dann aber mitgeteilt, dass das Geld noch fließen könne (der TV berichtete mehrmals).
Horst Erasmy scheint den Aussagen allerdings nicht recht zu trauen. Vor allem, da sich das Jahr 2014 schon bald dem Ende neige und von notwendigen Plänen für Projekte für den Gneisenau-Ring offenbar weit und breit keine Spur sei. Vom Rathauschef höchstpersönlich wollte Stadtteilchef Erasmy konkret wissen, für welche Projekte aus dem Förderprogramm "Soziale Stadt in Trier-West" für 2013 und 2014 Zuweisungen beim Land abgerufen worden waren. Erasmy verteilte eine Kopie des vierseitigen Antwortschreibens von Oberbürgermeister Klaus Jensen an die Ortsbeiratsmitglieder. Gemeinsam zerpflückten diese das Schreiben regelrecht: Zum einen seien in dem Antwortschreiben des Oberbürgermeisters Projekte aufgelistet, die bereits realisiert und für die Fördermittel abgerufen worden sein sollen. Zum anderen sind anstehende Projekte aufgelistet, für die dem Land noch im November 2014 Förderanträge vorgelegt werden sollen. Beide Listen warfen im Rat viele Fragen auf (ausführlicher Bericht folgt). "Wir haben noch keinen Plan gesehen. Wie soll dann gefördert werden?", meinte Erasmy gebetsmühlenartig.