1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Kreide-Physik und nette Gesten von Nachbarschulen

Kreide-Physik und nette Gesten von Nachbarschulen

Den Ausfall eines Schulgebäudes hat das Gymnasium in Schweich bisher ohne Unterrichtsausfall kompensieren können. Unterdessen steht fest, dass mehr Räume vom Wasserschaden betroffen sind als zunächst angenommen.

Schweich. Schulleiter Raimund Mirz muss sich in diesen Tagen vorkommen wie ein Logistik-Manager. Jeder Raum, jede Unterrichtsstunde, jede Lehrkraft muss zielgenau eingesetzt werden, damit das Räderwerk Schule auch nach dem gravierenden Wasserschaden im Stefan-An dres-Gymnasium (der TV berichtete) funktioniert. Ein komplettes Gebäude, zehn Fachräume und acht Klassenräume, ist ausgefallen. In den verbliebenen Fachräumen von Gymnasium und Realschule plus wird jetzt normaler Unterricht abgehalten. "Experimente mit Geräten gibt es nicht, wir machen halt Kreide-Physik", sagt der Schulleiter. Er rechnet jeden Tag damit, dass die 18 Container kommen, die der Kreis gemietet hat. Sie bieten Platz für sechs Klassen.
Laut Kreisverwaltung sollen heute die ersten zwölf Container geliefert werden, sechs folgen Anfang nächster Woche. Übernächste Woche sollen die mobilen Klassen (Miete bis Jahresende 45 000 Euro) bezugsfertig sein. Sie sollen an der Schulhof-Ecke beim Ärztehaus aufgestellt werden. Damit der Bezug möglichst schnell geht, sind Lehrer und ältere Schüler bereits instruiert: "Sie räumen das Mobiliar vom Neubau in die mobilen Klassenräume. Die Tafeln kommen wahrscheinlich später, aber wir wollen gleich loslegen", sagt der Schulleiter. Er will sich dafür einsetzen, dass die Container in Schweich bleiben. Sie könnten die Raumlücken bis zur Fertigstellung des zweiten Neubaus in rund zwei Jahren schließen. Die Schüler können sich durchaus mit dieser Kompromisslösung anfreunden: "Nicht so gut wie die neuen Räume, aber besser als so manche Klasse im Altbau" meint ein Achtklässler.
Das Gymnasium umfasst derzeit die Klassenstufen 5 bis 9; 781 Schüler werden in 32 Klassen unterrichtet. Jedes Schuljahr kommen vier bis fünf Klassen hinzu.
Dankbar ist Schulleiter Mirz ("Wir werden im großen Stil bemitleidet") für Angebote von Nachbarschulen, Räume abzutreten. Das sei eine nette Geste, könne aber aus Zeitgründen (Transfer von Lehrern und Schülern) oder systembedingt (andere Unterrichtsblöcke) nicht genutzt werden. Dass jetzt elf Klassen auf Klassenfahrt seien, entschärfe das Problem, sagt Mirz.
In den vom Wasserschaden betroffenen Räumen wird fieberhaft gearbeitet; Trocknungsmaschinen laufen auf Hochtouren. Mittlerweile ist parterre in weiteren Räumen Feuchtigkeit festgestellt worden. "Mit der Sanierung wird\'s wohl bis Januar nicht klappen", mutmaßt Raimund Mirz.