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Leichte Entspannung an Sauer und Kyll - Verkehrschaos rund um Ehrang

Nach Hochwasser : So ist die Lage im Kreis Trier-Saarburg

Die Hochwassersituation an Sauer und Kyll entspannt sich. Die Alarmstufe wurde gesenkt und die Aufräumarbeiten laufen. Allerdings gibt es auf den Zufahrtstraßen nach Ehrang erhebliche Verkehrsprobleme, die auch die Rettungskräfte behindern.

Die Hochwasserlage im Kreis Trier-Saarburg hat sich in der Nacht zu Samstag weiter stabilisiert. Wie die Kreisverwalutng Trier-Saarburg mitgeteilt hat, wurde die Alarmstufe daher von 5 auf 4 gesenkt werden. Alle relevanten Pegel fallen weiter. Bisher ist nichts von Toten bekannt.

Landrat dankt den Einsatzkräften

Landrat Günther Schartz: „Bei allen Verwüstungen und den enormen materiellen Schäden gerade für viele Privatpersonen - es ist ein Glück, dass wir keine Opfer beklagen mussten, wie dies leider in anderen Gemeinden der Fall ist.“ Schartz danke den mehr als 4.200 Einsatzkräften, die seit Mittwoch im Einsatz waren, für ihren unglaublich engagierten und mutigen Einsatz. Besonders beeindruckt habe ihn die Unterstützung aus dem Saarland, Baden-Württemberg und anderen Teilen von Rheinland-Pfalz.

Verkehrschaos rund um Ehrang

Die Stadt Trier ruft derweil dringend dazu auf, den Stadtteil Trier-Ehrang heute weiträumig zu meiden. Nur Bewohnerinnen und Bewohner, die tatsächlich in Ihre Häuser und Wohnungen müssen, würden eingelassen.

Die zahlreichen Autos im Stadtteil, darunter auch „Katastrophentouristen“, blockieren die Wege für Feuerwehr und THW, die dabei sind, die zahllosen Keller abzupumpen. Auch die Fahrzeuge des Amtes StadtRaum und der ART, die den anfallenden Sperrmüll und den Dreck der Straßen abtransportieren sollen, kommen derzeit kaum noch durch.

Wie ein Sprecher der Stadt mitteilt, missachten die Autofahrer auch die Anweisungen der Polizei- und Ordnungskräfte vor Ort. Einsatzleiter Andreas Kirchartz von der Berufsfeuerwehr: „Bitte halten Sie sich unbedingt an die Anweisungen der Einsatzkräfte. Freunde und Verwandte, die helfen wollen, parken bitte in den Teilen Ehrangs, die nicht vom Hochwasser betroffen sind, und gehen zu Fuß in das Einsatzgebiet.“

Die Einfahrt von der B-53 auf Höhe der Firma Comes ist einseitig gesperrt und wird für Einsatzkräfte freigehalten.

Lage an der Sauer entspannt sich

In den Ortschaften an der Sauer müssen zwar noch einige Keller ausgepumpt werden. Jedoch konnten am Freitagabend die überörtlichen Einsatzkräftestehen abgezogen werden. Diese sind nun zum Teil auf dem Weg ins Katastrophengebiet an der Ahr.

Um 11.30 Uhr setzte sich auch ein Bereitschaftszug des Landkreises Trier-Saarburg in Richtung Ahr in Bewegung. 31 Einsatzkräfte inklusive Lösch-, Netzwerk- und Pumpfahrzeugen, Wechselladern und Krankenwagen sind nun auf dem Weg in die am schwersten betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz. Landrat Schartz: „Jetzt, wo wir Einsatzkräfte freibekommen, helfen wir dort, wo die Hilfe am Nötigsten gebraucht wird.“

In Kordel wird vor allem Müll geräumt

In Kordel sind noch nicht alle Bereiche zugänglich. Hier versperren große Mengen von Müll und Schlamm den Weg in einige Ortsteile. Deshalb hat die Räumung des Mülls oberste Priorität. Mit Wechselladern aus dem gesamten Kreis und Unterstützung von Privatfirmen und des A.R.T. wird heute der Müll abgefahren. Da die Zufahrtswege hierfür freibleiben müssen, wird nach wie vor abgeraten, nach Kordel zu fahren. Die Bevölkerung wird gebeten, die Absperrungen zu beachten.

Vor Ort sind nach wie vor Feuerwehren, Rettungsdienst, THW und Bundeswehr im Einsatz. Diese, aber auch die betroffene Bevölkerung werden durch die Kreiseinheiten verpflegt. Die Strom- und Trinkwasserversorgung konnte provisorisch wieder hergestellt werden.

Landrat Günther Schartz war am Freitag in den betroffenen Gemeinden, um sich selbst ein Bild von den Schäden und den notwendigen Maßnahmen zu machen. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und CDU-Oppositionsführer Christian Baldauf besucht er die am schwersten im Kreis betroffene Gemeinde Kordel an der Kyll. Beeindruckend sei neben der Leistung der Einsatzkräfte auch die selbstverständliche gegenseitige Hilfe der Bevölkerung. Dies habe ihn sehr beeindruckt.

Zentrale Sammelstelle in Aach

Nachdem der Landkreis gestern eine zentrale Sammelstelle für Hilfegüter in Aach eingerichtet habe, seien innerhalb weniger Stunden unglaubliche Mengen an Kleidung, Sanitätsartikeln und anderen Materialen aus dem gesamten Kreis zusammengekommen. Zwischenzeitlich wurde appelliert, keine weiteren Güter zu spenden.

Derzeit läuft die Ausgabe der Hilfsgüter an betroffene Personen. Die Verbandsgemeinde Trier-Land hat zudem ein Spendenkonto für Soforthilfen eingerichtet. Der Landkreis hat bereits am Freitag 20 000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

Schadenshöhe noch nicht abschätzbar

Die Schäden an privaten Häusern, aber auch an Infrastruktur wie Straßen, Brücken, Dämmen, Kläranlagen und sonstigen Infrastruktureinrichtungen lassen sich im Moment noch nicht abschließend bewerten.