OB-Wahl

Zur Berichterstattung über die Trierer Oberbürgermeister-Stichwahl und mögliche Konsequenzen:

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass ein Großteil der Wahl fern blieb, da er sich nicht von den Kandidaten angesprochen fühlte. Frei nach dem Motto "Egal, wen ich wähle, es ändert sich ja doch nichts". Keiner der Kandidaten konnte damit überzeugen, dass nach acht Jahren größter Enttäuschung wieder eine Verbesserung eintreten würde. Ich halte Hiltrud Zock und Wolfram Leibe für sehr sympathisch, aber dies reicht eben nicht aus. Natürlich bin ich als langjähriges Unionsmitglied und ehemaliger Mandatsträger enttäuscht, dass es für Frau Zock nicht gereicht hat. Hier sind aber sicherlich auch die vor der Wahl veröffentlichten Gedankenspiele der CDU-Fraktion, ein Bündnis mit den Grünen einzugehen, ursächlich. Bündnisse sind an und für sich nichts Verwerfliches, denn diese gab es immer. Aber in diesem Fall haben die Grünen in meinen Augen nur das Ziel, der vollkommen überforderten Bürgermeisterin Angelika Birk nochmals eine zweite Amtszeit mit Unterstützung der CDU zu ermöglichen. Da stellen sich mir, und ich denke vielen anderen auch, die Nackenhaare auf. Eine weitere Enttäuschung für mich ist der Umstand, dass Frau Zock in den 14 Tagen bis zur Stichwahl lediglich 129 Stimmen hinzugewinnen konnte. Das sind pro Ortsbezirk nur sechs bis sieben Stimmen. Frau Zock hat sicherlich einen bis an die Grenzen der Belastbarkeit gehenden Wahlkampf geführt, aber wo waren in dieser Zeit die vielen Parteimitglieder und Mandatsträger? Ich konnte in meinem Stadtbezirk keine Aktivitäten feststellen. In einigen Gesprächen stellte sich heraus, dass dies in anderen Stadtteilen auch so war. Frau Zock wurde allein gelassen! Es wird nun, wie meistens nach einer schmerzlichen Wahlniederlage, nach Ursachen gesucht. Nach einigen Tagen wird das Kapitel geschlossen, und das war es dann. Falls die CDU jemals wieder die bestimmende Kraft in Trier sein möchte, ist ein Neubeginn unbedingt notwendig. Dies betrifft vor allem die handelnden und verantwortlichen Personen. Frau Zock war insbesondere die Wahl von Bernhard Kaster, und er sollte mit dieser Niederlage verantwortungsvoll umgehen und den Weg frei machen, damit an verantwortlicher Stelle neue Personen die CDU wieder dorthin führen, wo sie Jahrzehnte lang stand. Sein Rücktritt ist für mich ohne Alternative. Heinz-Dieter Steil, Trier

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