Renaturierung Aktion Blau Hochwasser Daufenbach

Wetterfolgen : Es geht auch ohne Sandsäcke - So funktioniert der Hochwasserschutz in Daufenbach

Bisher mussten Bürger aus Zemmer-Daufenbach nach starkem Regen mit Hochwasser rechnen. Doch halten nun Mulden das Wasser zurück und schützen so die Gebäude.

Rinnsale, die innerhalb von Stunden zu reißenden Bächen werden, Wassermassen, die sich unerbittlich den Weg auch in Häuser suchen, brauner Schlamm, der sich wie eine Decke über Straßen und Gärten legt. Diese Bilder hat es in Dudeldorf gegen, in Irrel (beide Eifelkreis Bitburg-Prüm) oder auch in Zemmer. Nur nicht in Zemmer-Daufenbach. Dort bereitete der Grundsgraben immer wieder Probleme. Doch nach den jüngsten schweren Regenfällen ist es ruhig geblieben.

In Daufenbach kam so gut wie kein Wasser an. Dank der noch gar nicht abgeschlossenen Arbeiten, die für mehr Hochwasserschutz sorgen sollen. Dazu sagt Ortsbürgermeister Edgar Schmitt: „Die Anlage funktioniert und erfüllt in vollem Umfang ihren Zweck.“ Das bestätigt auch Anwohner Eckhard Otto. „Hinter der Jagdhütte auf meinem Grundstück verläuft ein Wassergraben. Der ist nach schwerem Regen immer voll. Dieses Mal ist kein Wasser drin gewesen.“ Und auch seine Nachbarn hätten Glück gehabt. Besonders die Häuser in der Nähe der sogenannten Horxkehre mussten während der vergangenen Jahre immer wieder mit Sandsäcken Wasser abhalten (der TV berichtete).

Anders als beispielsweise in der Eifelgemeinde Dudeldorf ist es nicht ein Bach, der sich immer wieder zu breit macht. Es ist die Lage der Häuser. Denn sie liegen an einem steilen Hang, der von Zemmer-Schleidweiler kommend zur Kyll hin abfällt. Dort sammelte sich bisher das Wasser aus einem relativ großen Gebiet, um anschließend konzentriert ins Tal zu donnern. Damit ist nun Schluss. Denn seit Anfang März wird gebaggert. Unter anderem an der Landesstraße 43, die zwischen dem Daufenbacher Bahnhof und dem Ortsausgang Richtung Schleidweiler verläuft. Diese wird nicht nur erneuert. Unterhalb der späteren Fahrbahn wird derzeit unter anderem ein Staukanal gebaut, der dafür sorgen soll, dass das Wasser gedrosselt fließt. Im Gelände jenseits der Straße ist bisher eine Menge Erdreich bewegt worden. So sind mehrere Versickerungsmulden gebaut worden, um das Oberflächenwasser eines rund zwölf Hektar großen Teilbereichs in ein Waldgebiet abzuleitent. Zwei weitere Teilbereiche werden nach Auskunft der Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land gedrosselt in den Grundsgraben abgeleitet. Dieser Bach wird ebenfalls im Zuge der Renaturierung umgestaltet. Bisher hat er sich wie ein Strich durch das enge Tal gezogen, um dann unter der Eisenbahnstrecke Richtung Kyll zu fließen. Künftig hat der Bach mehr Platz, um sich auszubreiten.

Das Ende 2015 vom Verbandsgemeinderat Trier-Land beschlossene Projekt soll rund 510 000 Euro kosten. Rund 170 000 Euro davon übernimmt die Ortsgemeinde Zemmer. Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt einen Großteil der Kosten. Kürzlich hat Staatssekretär Thomas Griese, Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, zwei Förderbescheide in Höhe von insgesamt 340 000 Euro überbracht.

Die aktuellen Kosten liegen nach Auskunft von Jürgen Karst, Leiter der Technischen Werke Trier-Land im Rahmen der Kalkulation. Mit der Fertigstellung der Renaturierung rechnet der Werkleiter im Frühjahr 2019, vorausgesetzt die Witterung lässt dies zu.

In Daufenbach laufen die Arbeiten für einen besseren Hochwasserschutz. Mulden sollen das Wasser zurückhalten. Foto: Mendienhaus Trierischer Volksfreund/Harald Jansen

Über die Förderung aus Mainz freut sich unter anderem Ortsbürgermeister Schmitt. Doch an anderer Stelle drückt ihn der Schuh. Denn es hat zwar keine voll gelaufenen Keller im Ortsteil Daufenbach gegeben. Dafür jedoch in Zemmer selbst. Dort hat es mehrere Einsätze nach dem Starkregen Anfang Juni gegeben. Beim Ortstermin hat er deshalb dem Staatssekretär mit auf den Weg nach Mainz gegeben, dass es beim Hochwasserschutz in Zemmer noch eine weitere Baustelle gibt.

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