Rückkehr mit Riesenrad

Unübersehbar: Die Peter-und-Paul-Messe geht erstmals seit 2008 wieder auf dem Viehmarkt über die Bühne - mit einem Riesenrad als Zugnummer und doppelt so groß wie in den beiden vergangenen Jahren auf dem ungeliebten Rindertanzplatz.

Trier. Die Kirmes im "Exil" auf dem Rindertanzplatz hat Schausteller-Sprecher Werner Weeber (38) abgehakt: "Das waren zwei verlorene und schmerzhafte Jahre. Wir wollen jetzt den Blick nach vorn richten und zeigen, dass die Attraktivität der Messe in engem Zusammenhang steht mit dem Platz, auf dem sie stattfindet." Insofern führe kein Weg am Viehmarkt vorbei, wo schon 1905 die Traditionsmessen zu Allerheiligen sowie Peter und Paul stattfanden. 2009 aber hatte die Stadt die Sommerkirmes auf den Rindertanzplatz verlegt, um den Viehmarkt ins Altstadtfest einzubeziehen. Doch mit dem Ausweichstandort mochte sich auch das Publikum nicht anfreunden. Hauptkritikpunkte: alles viel zu beengt und ohne echte Attraktionen.
Die Quittung bekamen die Kirmesleute in Form von "empfindlichen Umsatzeinbrüchen". Nun wollen sie wieder an bessere Zeiten anknüpfen - und mit Attraktionen aufwarten, für die der Rindertanzplatz ungeeignet war. Zum Viehmarkt-Comeback bietet die Messe erstmals nach 15 Jahren wieder ein Riesenrad, 38 Meter hoch und mit 26 offenen Gondeln. Auch für Fotografier-Freunde ein gefundenes Fressen, weil das Riesenrad alle Gebäude um den Platz überragt und tolle Aussichten bietet. Weitere große Zugnummern dürften der "Rainbow" (Regenbogen) sein, ein Karussell für Leute, die ihren Magen im Griff haben, sowie eine brasilianische Cocktail-Bar. Ansonsten gibt es von Kinderkarussells bis zum Autoscooter alles, was der Besucher von einer Kirmes erwartet.
Auch quantitativ bietet die Kirmes mehr als 2009 und 2010. Weeber hat 25 Beschicker-Kollegen im Schlepptau - doppelt so viele wie auf dem Rindertanzplatz möglich. Deren Freude über die Rückkehr ist groß: 500 Riesenrad-Freifahrten spendieren sie den Betreuungsvereinen Papillon und Nestwärme und der Lebenshilfe. Dass die Messe mit einem "Etikettenschwindel" einher geht, stört offenbar niemand. Denn Triers Patronatsfest Peter und Paul ist am 29. Juni - die Sommermesse endet aber rechtzeitig vor dem Aufbau zum Altstadtfest (24. bis 26. Juni; diesmal mit Bungee-Jumping auf dem Viehmarkt) am 19. Juni. Weeber würde gerne den vorgezogenen Termin dauerhaft beibehalten, weil der mit dem Pfingstmontag einen "zusätzlichen familienfreundlichen Tag bietet". Der Kirmesmittwoch (15. Juni) ist wie gehabt Familientag. Die Fahrt mit dem Riesenrad beispielsweise kostet dann für Erwachsene 2 Euro (statt 3) und für Kinder 1, 50 Euro (statt 2).
Die Kirmes ist bis einschließlich Sonntag, 19. Juni, täglich von 11 bis 22 Uhr geöffnet.