Sauberen Fußes zum Weinfest

In Mehring ist die umgestaltete B 53 seit einigen Wochen wieder ungehindert befahrbar, in Trittenheim soll es bis zum Jahresende soweit sein. Der dritte Straßenbauabschnitt am Ortsende Richtung Neumagen-Dhron steht bevor. Zum Weinfest an Pfingsten sollen die Bewohner sauberen Fußes zum Festplatz gelangen.

Trittenheim/Mehring. Großbaustellen, bei denen die Arbeiten im Zeitplan liegen, muss man normalerweise mit der Lupe suchen. Doch es gibt sie, wie das Beispiel Trittenheim zeigt. In dem Moselort werden seit knapp einem Jahr Straßen, Bürgersteige, Hofflächen und Hausanschlüsse erneuert. Kaum ein Stein bleibt auf dem anderen - und dennoch läuft alles wie ein Uhrwerk.

Begünstigt wurden die Arbeiten durch den milden Winter. Es gab praktisch keine Verzögerungen durch das Wetter, aber auch sonst scheint die Trittenheimer Baustelle unter einem guten Stern zu stehen. Bewohner und Arbeiter kommen prima miteinander aus. "Die Firmen sind sehr hilfsbereit", sagt Elfriede Hermes. "Als ich an Ostern mein Auto in die Hauseinfahrt fahren wollte, haben die Arbeiter mir gleich einen Steg über den Bürgersteig gebaut." Auch Fernando Capone vom Restaurant Pinocchio ist zufrieden.

Fast ein Jahr lang hatte er so gut wie keine Laufkundschaft, weil die Moselweinstraße (B 53) von der Ortseinfahrt bis zur Brückenstraße gesperrt war, doch jetzt ist die Deckschicht drauf und die Kunden kommen wieder. "Das Pflaster ist viel schöner als früher der Teer", findet Capone. Und überhaupt seien die Arbeiter alle sehr nett.

Die Beschäftigten der Firmen Wey (Tiefbauarbeiten) und Lehnen (Straßenbau) geben das Kompliment an die Trittenheimer zurück. "Wir werden hier gut aufgenommen und sogar verköstigt", meint ein Arbeiter. "Die Leute sind sehr verständnisvoll, wenn man bedenkt, was sie hier mitmachen. Es steht ja alles auf dem Kopf."

Nach Pfingsten seien voraussichtlich die Kanalarbeiten abgeschlossen, sagt Ortsbürgermeister Franz-Josef Bollig. Dann beginne die Firma Lehnen mit dem Straßenausbau im dritten Bauabschnitt von der Kreuzung Hofstraße/Im Hof bis zum Ortsende. Damit die Bewohner an Pfingsten sauberen Fußes vom Oberdorf zum Weinfest ans Moselufer gelangen können, soll der geschotterte Übergang an der Moselstraße aufgefüllt und befestigt werden.Öffentliche Maßnahmen


Polier Rainer Thul und seine Leute von der Firma Lehnen pflastern derzeit Bürgersteige, setzen Randsteine für Beete oder reißen - wie kürzlich geschehen - Begrenzungsmauern von privaten Anwesen ein. Viele Bürger hängen sich an die öffentlichen Maßnahmen dran und erneuern ihre Hofflächen.

Spätestens an Weihnachten seien die Arbeiten abgeschlossen, sagt der Ortsbürgermeister. Er plant eine Einweihungsfeier in Form eines Straßenfestes im Frühjahr nächsten Jahres.

Unterdessen wird der verkehrsberuhigte Ausbau der B 53 in Mehring (der TV berichtete) von den Anwohnern unterschiedlich beurteilt. "Schneller als fünfzig fährt kaum noch jemand", sagt Reinhard Olinger aus der Moselstraße. Tankstellenpächter Jürgen Frein ist zwar mit der Bauausführung zufrieden, nicht aber mit der Planung: "Ich sehe das ja hier jeden Tag. Viele Autofahrer rasen immer noch durch den Ort." Frein wundert das nicht. Die leichte Verschwenkung am Ortseingang aus Richtung Longen bremse die Kraftfahrer nicht wirklich aus. Danach komme eine etwa dreihundert Meter lange Gerade, die einen regelrecht zum Beschleunigen einlade.