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Vier Beispiele für Solidarität

Vier Beispiele für Solidarität

Mit einer Feierstunde hat der Diözesan-Caritasverband Trier vier Projekte geehrt, die sich in besonderer Weise um die Zusammenarbeit von Caritas und Kirche verdient gemacht haben. Die soziale Teilhabe aller Menschen steht im Fokus aller ausgezeichneten Initiativen. Der Elisabeth-Preis 2011 war mit einem Preisgeld von insgesamt 17 000 Euro dotiert.

Trier. Es war ein guter Zeitpunkt für die Verleihung des zweiten Elisabeth-Preises. Zwischen St. Martin und dem Tag der heiligen Elisabeth, beide als Wohltäter für Arme und von der Gesellschaft Ausgeschlossene bekannt, veranstaltete der Caritasverband für die Diözese Trier eine Feierstunde für die ausgezeichneten Projekte. Alle Preisträger treten ganz im Geiste der beiden Heiligen für eine Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft ein und sind Beispiele für die Vernetzung von Initiativen und Pfarreien.
40 Netzwerke hatten sich im vergangenen Jahr um den Preis beworben. Eine sechsköpfige Jury stand vor der schwierigen Aufgabe, die besten drei unter ihnen auszuwählen. "Es war alles andere als leicht, denn es gab eine Fülle von hervorragenden Projekten", sagt Jurymitglied Bruno Sonnen, Chefredakteur des Paulinus. Für seine besondere Kreativität wurde das Projekt "Mit Jesus barrierefrei auf dem Weg" mit einem Sonderpreis bedacht.

Die Gewinner des Elisabeth-Preises 2011:

Treffpunkt Reling Bad Kreuznach: Vier Hauptamtliche und 60 Ehrenamtliche kümmern sich um die Ärmsten in der Gemeinde. Das Projekt verbindet die Bad Kreuznacher Tafel mit dem Angebot "Tagesaufenthalt". Dort haben wohnungslose Menschen die Möglichkeit zu duschen, ihre Wäsche zu waschen; sie erhalten Frühstück und Mittagessen. Gleichzeitig sollen die Gemeindemitglieder für das Thema Armut sensibilisiert werden: "Arme werden zunehmend an den Pranger gestellt. Wir wenden uns gegen die Haltung, dass Armut selbst verschuldet ist", sagt Frieder Zimmermann, Vorsitzender des Trägervereins Reling.

Netzwerk "Integration in Kastellaun" (InKa): Ausländischen Mitbürgern die Teilhabe an der Gemeinschaft zu erleichtern ist das Ziel von InKa. 61 Nationalitäten zählt der Bereich Kastellaun. Das Netzwerk fasst alle Initiativen zusammen, die den Dialog zwischen den Kulturen fördern und Rechtsextremismus vorbeugen wollen. 25 soziale Institutionen, Vereine, Dekanate sowie die katholische und evangelische Kirchengemeinde und Privatpersonen zählen dazu. Im Netzwerk engagierte Kinder führten den bolivianischen Tanz "Caporales" auf.

"Gastfreundschaft - eine Herausforderung": Die Pfarrei St. Franziskus versucht mit vielfältigen Projekten, den sozial schwierigen Stadtteil Goldgrube in Koblenz zu einen. "Das Leben in einem Stadtteil mit 36 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund erfordert von jedem einzelnen viel Toleranz", sagt Bernd Kuhl, Gemeindereferent der Pfarrei. Im Gemeindezentrum wurde ein Stadtteilbüro eingerichtet, das Jugendamt hält dort regelmäßig Sprechstunden ab, zugleich treffen sich dort 35 verschiedene Gruppen, von Cheerleadern bis zum Seniorentreff.

"Mit Jesus barrierefrei auf dem Weg": Dieses Projekt aus der Gemeinde Mendig bei Mayen erhielt einen Sonderpreis, dotiert mit 2000 Euro. 14 Institutionen und Gruppierungen errichteten gemeinsam einen barrierefreien Kreuzweg in Mendig. Dieser Kreuzweg ist für jeden begeh- oder befahrbar, ob zu Fuß, mit dem Rollstuhl oder dem Auto. Jede der 14 Gruppen gestaltete ein eigenes Kreuz für die 14 Stationen des Kreuzwegs. "Das war noch so ein Projekt, das so ganz anders war", erläutert Sonnen. "Deshalb haben wir einen vierten Preis vergeben." lbe