Vorurteile ablegen, voneinander lernen

Vorurteile ablegen, voneinander lernen

"Kann eine Religion für sich in Anspruch nehmen, die einzig wahre zu sein?" Und: "Gibt es überhaupt einen Gott?" Mit Fragen wie diesen haben sich 35 Jugendliche aus Deutschland, den Niederlanden, Polen, Rumänien, Slowenien und Frankreich bei der 19. Internationalen Jugendmedienwoche an der Katholischen Akademie Trier auseinandergesetzt.

Trier. Jugendliche aus sechs Nationen haben sich eine Woche lang mit Medien und Religion beschäftigt. Sie besuchten unter anderem die Trierer Synagoge und das Buddha-Museum Traben-Trarbach, diskutierten über die Leitfragen "Welche Religion? Welcher Gott? Welche Welt?" und produzierten in verschiedenen Arbeitsgruppen Film- und Internetbeiträge sowie eine Abschlusszeitung. "Die Jugendmedienwoche hat das Ziel, medienpädagogisch auszubilden, aber auch Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zueinanderzubringen", erklärt die Hauptorganisatorin Katharina Zey-Wortmann von der Katholischen Akademie Trier.
Für die jungen Leute zwischen 15 und 19 Jahren waren es fünf arbeitsreiche Tage. "Das hatte etwas Magisches, denn wir leben in einer Welt, in der wir uns viel gegenseitig beurteilen; aber wir haben diese Vorurteile abgelegt." Die Schüler, darunter Katholiken, Protestanten, Orthodoxe und Freikirchliche, hätten sich mit den Angehörigen verschiedener Religionen über ihre Überzeugungen unterhalten und darüber diskutiert. "Ich glaube, jede Religion hat etwas Schönes an sich, und es ist gut, wenn jeder seinen Glauben hat. Man lernt viel von den anderen", sagt die 15-jährige Lisa van Lierop aus Beek en Donk bei Eindhoven (Niederlande). Die Internationale Jugendmedienwoche hat bereits mehrere Auszeichnungen, darunter den Europa-Preis 2011 der Stadt Trier und das Gütesiegel Erasmus Euro Media Seal of Approval der European Society for Education and Communication erhalten. Durch die bevorstehende Schließung der Katholischen Akademie Trier ist der Fortbestand der Jugendmedienwoche nicht garantiert. Eine mögliche Zukunftsperspektive gibt es aber: Ab 2013 könnte sie im Rahmen des Europäischen Comenius-Programms für die schulische Bildung weitergeführt werden.
Infos sowie Videos und Publikationen der Schüler im Internet: www.medienwoche-trier.de red