| 21:56 Uhr

Neues Dach, neue Etage

Endlich unter neuem Dach: Petra Weiland vom Trierer Waldorfkindergarten und Architekt Theo Wolber, der die Einrichtung nach einem Brand wieder aufgebaut hat. TV-Foto: Christiane Wolff
Endlich unter neuem Dach: Petra Weiland vom Trierer Waldorfkindergarten und Architekt Theo Wolber, der die Einrichtung nach einem Brand wieder aufgebaut hat. TV-Foto: Christiane Wolff
Das Dach ist bereits neu errichtet und nach den Sommerferien sollen die Kinder wieder zurückziehen: Der abgebrannte Waldorf-Kindergarten auf dem Wolfsberg wird nicht nur wieder aufgebaut, sondern auch erweitert. Von unserer Redakteurin Christiane Wolff

Trier. Wer die mit Leinöl getränkten Tücher in die Mülltonne geworfen hat, in der diese sich selbst entzündeten und den Trierer Waldorf-Kindergarten am 26. Juli 2009 in Flammen aufgehen ließen, hat die Staatsanwaltschaft nie herausgefunden.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung gegen Kindergarten-Mitarbeiter, die mit den Tüchern zuvor Holzmöbel behandelt hatten, wurden daher eingestellt. Für die 1,7 Millionen Euro Brandschaden, hauptsächlich am Dach, ist die Versicherung aufgekommen. "Der Winter hat uns beim Wiederaufbau mindestens acht Wochen gekostet", erklärt Architekt Theo Wolber.

Denn bei Schnee und Eis dürfen Bau-Gerüste nicht betreten werden. Doch mittlerweile ist der neue Dachstuhl mit Dachfolie bezogen. Das zuvor ungenutzte Dachgeschoss ist ausgebaut worden, um zusätzlichen Platz zu schaffen.

50 Anmeldungen für zehn Plätze



War die Etage bislang dunkel, sorgen neue Fenster für Helligkeit. "Hier sollen Verwaltungsräume und ein Bewegungsraum unterkommen", erklärt Petra Weiland von der Geschäftsführung des "Arbeits- und Förderkreises für Waldorfpädagogik", Träger des Kindergartens.

Nach den Sommerferien sollen die 95 Kinder, die zurzeit in 24 Containern auf dem Waldorf-Gelände untergebracht sind, wieder in ihren Kindergarten zurückziehen können.

Durch die Verlagerungen ins Dachgeschoss kann der bisherige Bewegungsraum im Erdgeschoss anders genutzt werden. "Wir planen eine weitere Kleinkindergruppe", sagt Weiland. Bislang hatte der Kindergarten drei Regelgruppen mit Kindern von drei bis sechs Jahren, eine altersgemischte Gruppe von zwei bis sechs Jahren und bereits eine Kleinkindergruppe mit Kindern im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren.

Die Warteliste für die neue Kleinkindergruppe ist recht lang: "Wir haben rund 50 Anmeldungen für die zehn Plätze", sagt Petra Weiland.

Erweiterung kostet mehr als die Versicherung zahlt



Durch die Erweiterung kostet der Wiederaufbau rund 300 000 Euro mehr als die 1,7 Millionen Euro, die die Versicherung für den Brandschaden gezahlt hat. "Wir sind auf Spenden angewiesen", erklärt Weiland.

Wie leicht entzündliche Leinöl-Lappen fachgerecht entsorgt werden, hatten die Mitarbeiterinnen des Kindergartens zwar auch schon vor dem Brand gewusst. "Aber eins ist sicher: Für unsere Mülltonnen werden wir jetzt einen anderen Platz finden als unter dem Holzdach."