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Zappa für Kenner und Einsteiger

Sie lassen Frank Zappas Musik und Humor wieder aufleben: Maximilian Hilbrand, Sänger der Grandsheiks, mit seiner Handpuppe. TV-Foto: Anke Emmerling
Sie lassen Frank Zappas Musik und Humor wieder aufleben: Maximilian Hilbrand, Sänger der Grandsheiks, mit seiner Handpuppe. TV-Foto: Anke Emmerling
Trier. Zweieinhalb Stunden nonstop hat die Band "Grandsheiks" in der Trierer Tufa Musik von Frank Zappa gespielt und damit Fans des Meisters wie auch Neuentdecker mitgerissen. Die sechs Profimusiker vermittelten die Genialität des Originals mit musikalischer Klasse und leidenschaftlicher Kreativität.

Trier. Es ist nicht einfach ein Konzert, sondern ein Gesamtkunstwerk, das die Grandsheiks da gänzlich ohne jede Unterbrechung auf die Bühne bringen. Zwanzig Zappa-Songs nonstop, von "Black Page, New Age" über "Flakes", "Stinkfoot", "Bamboozled" bis hin zu "Torture". Zweieinhalb leidenschaftliche Stunden zwischen Rock, Jazz, Blues und Improvisation, zwischen Elegie und Opulenz. Ein Feuerwerk aus ausgefeilten, immer wieder abrupt gebrochenen Rhythmen und Melodien, punktgenauen Chorsätzen, Gesang in täuschend echter Zappa-Attitüde, ekstatischen Saxofon- und Gitarrensoli und Humor in Form von verbaler oder musikalischer Persiflage.
Näher kann man dem 1993 verstorbenen, avantgardistischen Genie Zappa, das musikalische Experimentierfreude und Perfektionismus mit beißender Sozialkritik und Zynismus verband, nicht kommen. Dahinter stecken Professionalität und Erfahrung. Die Grandsheiks sind aus der Tribute-Band Sheik Yerbouti hervorgegangen, die sich zwanzig Jahre lang mit Zappas Werk befasste. Einige der zwischen Frankfurt, Koblenz und Saarbrücken angesiedelten Mitglieder haben mit Ex-Zappa-Mitstreitern gespielt und deren große Anerkennung erworben. Aus der Ur-Besetzung sind Gitarrist Jörg Heuser, ehemaliger Stipendiat am Berkeley College in Boston, Bassist Andi Mertens und Drummer Christian Majdecki dabei.
Neu und in ihrer Virtuosität sehr bereichernd sind der (Jazz-)Saxofonist, Keyboarder und Dozent Daniel Guggenheim, der mit Jasper vant Hof, Udo Lindenberg und Nena gespielt hat, Gitarrist Thomas Schmittinger, der auch mit vant Hof auf der Bühne stand und Sänger Maximilian Hilbrand. Dass Hilbrand ausgebildeter Schauspieler und preisgekrönter Sprecher ist, macht das Konzert zur Performance mit gewissem Extra. Nicht nur, dass er die Texte geradezu rezitiert, mit gestischem und tänzerischem Körpereinsatz bringt er gekonnt ätzenden Spott und Laszivität herüber, ein würdiger Frontmann für eine klasse Band. ae