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Trierer Amokprozess geht weiter: Parallelen zu Fall in Nordhessen?

Kriminalität : Trierer Amokprozess geht weiter – Strafe für ähnlichen Fall in Nordhessen steht fest

Im Trierer Amokprozess ist nach mehrwöchiger Unterbrechung am Dienstag der letzte Verhandlungstag in diesem Jahr. In einem zumindest teilweise vergleichbaren Verfahren ist unterdessen ein Urteil gesprochen worden.

Mit der Vernehmung weiterer Zeugen soll am Dienstag der Mordprozess gegen den mutmaßlichen Trierer Amokfahrer fortgesetzt werden. Zuletzt waren wegen der Erkrankung eines Schöffen fünf der sechs im Dezember geplanten Verhandlungstage am Trierer Landgericht abgesagt worden.

Gegen den mutmaßlichen Amokfahrer wird seit inzwischen vier Monaten verhandelt. 13 Prozesstage sind absolviert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-jährigen Angeklagten fünffachen Mord und schwere Körperverletzung in zahlreichen Fällen vor. Der Angeklagte schweigt im Prozess bislang zu den Vorwürfen.

Für welchen Zeitraum der Amokprozess ursprünglich angesetzt wurde

Bis Ende Januar hatte die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz insgesamt 26 Verhandlungstage terminiert. Dass dann auch mit einem Urteil gerechnet werden kann, ist unwahrscheinlich. Schon vor der Absage der fünf Dezember-Termine hieß es, dass vor März, April in dem über die Grenzen der Region beachteten Verfahren kein Urteil zu erwarten sei. Nun dürfte sich der Zeitpunkt noch weiter nach hinten verschieben.

Ursprünglich hatte das Gericht sogar für den 1. Dezember, den Jahrestag der Amokfahrt, einen Verhandlungstermin anberaumt. Dieser war allerdings Wochen zuvor abgesagt worden.

Ähnlicher Fall in Nordhessen: Das war das Urteil

Mit Interesse dürften die Trierer Prozessbeteiligten das am Donnerstag vergangener Woche gefällte Urteil des Landgerichts Kassel verfolgt haben.  Die Kammer verurteilte einen 31-Jährigen wegen 88-fachen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe. 

Der Mann war im Februar vergangenen Jahres absichtlich mit einem Auto in den Karnevalsumzug in Volkmarsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) gefahren und hatte dabei mindestens 88 Menschen, darunter 26 Kinder, teilweise schwer verletzt. Der Angeklagte, ein Deutscher, hatte sich in dem Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Bis zuletzt blieb daher unklar, warum er die Tat begangen hat.

Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Am Ende der Haftzeit wird demnach die Gefährlichkeit des Täters in einer weiteren Hauptverhandlung geprüft.