Verkehr: Ahütte will Entlastung, wenn die A 1 kommt

Verkehr : Ahütte will Entlastung, wenn die A 1 kommt

Für den Fall des Lückenschlusses sagt eine Prognose dem Üxheimer Ortsteil ein stark erhöhtes Verkehrsaufkommen voraus.

Ein vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz in Auftrag gegebenes Gutachten prognostiziert für das Jahr 2030 nahezu einen Verkehrskollaps für die Ahbachstraße in Üxheim-Ahütte. Wenn der Lückenschluss der A 1 zwischen den Anschlussstellen Gerolstein und Blankenheim vollendet sei, würden nach der Auswertung mehrerer Berechnungsmodelle (siehe Info) rund 5000 Fahrzeuge täglich die an einigen Stellen lediglich 3,50 Meter breite Straße nutzen, um die Anschlussstelle (AS) Adenau zu erreichen. Die ist oberhalb des Ortes in der Nähe von Hoffeld geplant. Die meisten Fahrzeuge würden aus Richtung Hillesheim und dem Stadtkyller Raum in Richtung Autobahn rollen.

Den Anteil des Schwerlastverkehrs an dieser Zahl benennt die Prognose des Koblenzer Ingenieurbüros Vertec aus Koblenz mit rund 600 LKW am Tag.

„Die Ortsgemeinde Üxheim begrüßt ausdrücklich die Fertigstellung der A 1“, sagt Ortsbürgermeister Alois Reinarz. „Doch die in das Planungsverfahren eingeflossene Verkehrsprognose stellt eine unzumutbare Belastung für den Ortsteil Ahütte dar.“

Die betroffene Ahbachstraße sei sehr schmal und habe in einigen Bereichen infolge der Bebauung zusätzliche Engstellen – eine Verbreiterung sei nicht möglich. „Bereits heutzutage zählen wir dort rund 2000 Fahrzeuge täglich, immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen im Begegnungsverkehr“, sagt Reinarz.

In einer Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren für den Neubau der A 1 bis zur AS Adenau fordert die Ortsgemeinde Üxheim den Bau einer Umgehungsstraße. Dabei soll an der L 70, die Üxheim und Ahütte teilt, hinter dem Ortsausgang in Richtung Ahrdorf eine Verbindung zur L 10 entstehen, die zur zukünftigen AS Adenau führt.

„Es wäre eine gute Lösung, auch deshalb, weil die dazu benötigten Grundstücke mehrheitlich der Gemeinde gehören. Von Seiten des Eigentümers der verbliebenen Parzellen, der Wotan GmbH, wird es meines Erachtens Zustimmung geben.“ Bautechnisch anspruchsvoll sei lediglich eine Brücke, die zukünftig über den dort fließenden Ahbach führen solle, sagt Reinarz.

Ganz so einfach sei dieser Plan nicht umzusetzen, meint jedoch Benedikt Bauch, der für das Gebiet zuständige Projektleiter für Neubauprojekte beim LBM Trier: „Beispielsweise ist der Ahbach ein Flora- und Fauna-Habitat (FFH) und damit besonders geschützt. Ob da überhaupt gebaut werden darf, werden zusätzliche Gutachten entscheiden müssen.“ Verkehrsprognosen, auch die Voraussage für Ahütte, seien einem ständigen Wandel unterworfen. „Die aktuelle Prognose stützt sich auf Basisdaten von 2008, die 2015 aktualisiert worden sind. Heute gehen wir für den Bereich jedoch von einem geringeren Verkehrsaufkommen aus“, sagt Bauch.

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