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Corona: Wie sich die gestiegene Inzidenz im Kreis Vulkaneifel auswirkt

Corona : In der Vulkaneifel steigt die Inzidenz weiter, machen Läden und Schulen bald wieder zu?

Mehr Corona-Infektionen: Noch ist unklar, wie sich die gestiegene Inzidenz im Kreis Vulkaneifel auswirkt. Wir haben nachgehakt.

Nachdem im Landkreis Vulkaneifel übers Wochenende 20 neue bestätigte Corona-Fälle hinzugekommen sind und inzwischen mehr als drei Tage in Folge die Inzidenz über 50 gestiegen ist, verschärfen sich die Corona-Schutzmaßnahmen wieder.

Ab wann und in welcher Form genau, ist aber noch offen. So sagt Klaus Benz, der leitende staatliche Beamte in der Kreisverwaltung in Daun: „Wir bereiten derzeit eine entsprechende Allgemeinverfügung vor, können aber noch nicht sagen, ab wann genau sie greifen wird. Da sind wir noch in der Abstimmung. Relativ sicher ist aber, dass diese Woche noch nichts Gravierendes passiert, denn das ist erst ab einer Inzidenz über 100 zu erwarten.“ Zudem werde man auch die Bund-Länder-Konferenz am Montag abwarten.

Über die aktuelle Infektionslage im Kreis informierte Dr. Volker Schneiders, Leiter des Gesundheitsamts Daun: „Die Inzidenzen im Kreis folgen jetzt leider dem bundesweiten Trend. Vor allem am Sonntag hatten wir viele Neuzugänge.“

Die gestiegenen Fallzahlen haben laut Schneiders zum einen mit den „sehr gut angelaufenen neuen Schnelltests“ zu tun, durch die einige positive Fälle rasch aufgedeckt werden konnten.

Die Regelung im Vulkaneifelkreis, dass nach einem positiven Schnelltest sofort an gleicher Stelle ein PCR-Test gemacht werde, habe sich bewährt. Schneiders: „So verhindern wir, dass positiv Getestete noch umherfahren, und wir sparen gut einen Tag Zeit.“

Zum anderen habe es in einigen Fällen Ansteckungen in der Familie und danach in öffentlichen Einrichtungen wie Kitas und Schulen gegeben. Das habe zu einem Hochschnellen der Fallzahlen geführt, so Schneiders. Beispielsweise berichtet er von einer Familie mit fünf Kindern, die vier verschiedene Einrichtungen – von der Kita über die Grundschule bis hin ins Gymnasium – besucht hätten. Darauf hin seien umfangreiche Testreihen in den Gruppen oder Klassen gemacht, die betreffenden Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt worden. Die Testergebnisse stehen allerdings noch aus.

Akuell betroffen sind die Kitas in Gillenfeld, Üdersdorf (die wegen Personalmangels auch diese Woche noch komplett geschlossen ist) und Gerolstein sowie in der Brunnenstadt weiterhin die Grundschule, das Gymnasium und die Berufsbildende Schule.

Den aktuellen Anstieg der Fallzahlen sieht Schneiders bedenklich, zumal er nach über einem Jahr mit zum Teil drastischen Einschränkungen bei den Menschen, besonders den jüngeren, Corona-Frust festmacht. Schneiders „Ich habe Angst, dass irgendwann die Dämme brechen.“

Ihn frustriere in diesem Zusammenhang, dass ihm beim Impfen die Hände gebunden seien – wegen zu geringer Impfstoffzuteilung und bürokratischer Hürden. Ob beim Aufbau des Impfzentrums oder beim Impfen in den Seniorenheimen, der Kreis sei landesweit immer ganz vorne gewesen. Schneiders: „Wir würden impfen, was das Zeug hält – auch fernab einer Priorisierung. Alle, die die Impfung wollen, sollten sie auch zeitnah bekommen. Wir brauchen den Impfstoff nicht in den Kühlschränken, sondern in den Armen.“