Leserbrief : Unverantwortliche Entscheidung

Tobias Daniels, Kerpen, zur Windkraft:

Zur Windkraft im Oberen Elztal meint dieser Leser:

2017 hat der Verbandsgemeinderat Kelberg mit knapper Mehrheit entschieden, den Flächennutzungsplan Windkraft aufzuheben. Die Auswirkungen dieser unverantwortlichen Entscheidung werden immer deutlicher. Die derzeit laufenden öffentlichen Bekanntmachungen über die Errichtung von 6 Windkraftanlagen in Mannebach (davon vier im Wald) und vier Windkraftanlagen im Bereich Retterath/Kolverath (alle im Wald) sind nur der Anfang.

Die vier letztgenannten Windkraftanlagen liegen in einem Waldgebiet, welches an den Center Parcs Eifel in Gunderath grenzt, der mit über 450 000 jährlichen Übernachtungen der größte Ferienpark in Rheinland-Pfalz ist. In diesem Wald hat die Touristik GmbH Oberes Elztal hohe Investitionen getätigt, welche von Familien aus nah und fern gleichermaßen angenommen werden. Weiterhin dient der Wald als Wandergebiet für Ruhe und Natur liebende Menschen. Aufgewachsen in Uersfeld habe auch ich diesen Wald unzählige Male für ausgiebige Spaziergänge genutzt und nutze ihn noch heute. Zugepflastert mit Windkraftanlagen verliert der Wald seinen Erholungswert.

Die Touristen werden sich fortan andere Ziele suchen. Dass der Park mit seinen über 250 Mitarbeitern und unzähligen mittelbaren Arbeitsplätzen bei Zulieferern, Handwerksbetrieben und Einzelhändlern keinerlei Schutz durch die Verbandsgemeinde- oder Kreisverwaltung erfährt, ist nicht verständlich. Ebenso unverständlich ist, dass in der heutigen Zeit überhaupt noch Wälder für Windkraftanlagen gerodet werden.

Nach jahrelanger Ideologie-getriebener Politik im grünen Umweltministerium ist Rheinland-Pfalz hier leider der traurige Spitzenreiter. Auch die politische Opposition in unserem Lande lässt bislang eine klare Positionierung vermissen, wonach Anlagen im Wald grundsätzlich tabu sein sollten.

Der Wald ist nicht der richtige Ort für ein Industriegebiet zur Stromerzeugung, denn das Ökosystem Wald wird in seiner Gesamtheit dadurch stark geschwächt. Intakte Wälder leisten indes einen wertvollen Beitrag zur Kompensation von CO2-Emissionen. Obwohl die geplanten Anlagen massive Auswirkungen auf das Leben aller Bürger der Region haben, fand der Planungsprozess bislang nahezu vollständig unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Alle Bürger, die nicht wollen, dass hier unsere Landschaft und Heimat unwiederbringlich zerstört wird, sollten die Gelegenheit nutzen, Einwendungen bei der VG-Verwaltung Kelberg oder der Kreisverwaltung vorzubringen.

Tobias Daniels, Kerpen