"SLE muss sein, das ist Kult!"

"SLE muss sein, das ist Kult!"

Autos in einer Bank an- und ummelden? Nicht unmöglich, sondern sogar erwünscht beim SLE-Fest in der Schleidener Filiale der Volksbank-Raiffeisenbank (VR-Bank). Dort bildeten sich am Schalter lange Schlangen.

Schleiden. "Ich war skeptisch, ich gebe es zu", sagt Sebastian Pelzer. Der Vorsitzende des Schleidener Handwerker- und Gewerbevereins wusste nicht genau, wie das neu ins Leben gerufene SLE-Fest von der Bevölkerung aufgenommen werden würde. "Aber als ich dann um kurz nach 11 Uhr kaum noch durch die Tür der VR-Bank kam, war die Skepsis schnell verflogen." Die VR-Bank entwickelte sich zum Zentrum der Begehrlichkeiten.
Eine lange Schlange verriet jedem draußen vorbeischlendernden Besucher, dass hier etwas Ungewöhnliches geschah. Die Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamts hatte anlässlich des SLE-Fests die Räumlichkeiten gewechselt und bot einen einmaligen Service. "Hier können heute Autos um- oder angemeldet werden" erklärte der Leiter des Straßenverkehrsamts Josef Latz.
Ein Service, der in Anbetracht der langen Schlange in der VR-Bank auf Anklang stieß. "Wir wussten nicht, was uns hier heute erwarten würde, aber in der ersten Stunde, seitdem wir hier sind, haben wir schon zehn neue Schilder rausgeben können", sagte Latz. Mitarbeiterin Pia Benz ließ sich durch den Ansturm jedenfalls nicht aus dem Konzept bringen: "Alles gut so weit."
Während ein Bote sicherstellte, dass die neuen Kennzeichen nicht nur beantragt, sondern nach der Prägung auch mit nach Hause genommen werden konnten, berichtete Josef Latz von einer verzweifelten Dame aus Heimbach: "Die wollte auch unbedingt das SLE- Kennzeichen haben, weil Heimbach schließlich früher einmal zu Schleiden gehörte. Ich hätte ihr gerne geholfen, aber es gelten die aktuellen Kommunalgrenzen."
Bis zum vergangenen Freitag hatten sich bereits 890 Bürger aus dem Schleidener Stadtgebiet das SLE-Kennzeichen zugelegt. Wer nicht in der Schlange in der VR-Bank wartete, der konnte das Angebot der geöffneten Geschäfte genießen, der Musik der Sleidanias lauschen, einen Glühwein trinken oder die Oldtimer, die auf dem Marktplatz standen, bestaunen.
Auch Bürgermeister Udo Meister hatte seinen 30 Jahre alten Porsche dort geparkt: "Den bewege ich sonst eher selten." Anders sieht das bei Gisela König-Lehmann aus. Sie und ihr Mann unternehmen regelmäßig Touren mit ihrem Mercedes, Baujahr 1952. Allerdings selten im Winter: "Der Wagen hat keine Winterreifen, von daher ist das bei Schnee etwas schwierig. Zum Glück ging das heute." Mit dem SLE-Kennzeichen ist der Mercedes aber selbstverständlich schon ausgezeichnet. "Das gehört sich doch so."
Große Fangemeinde


Auch Organisator Sebastian Pelzer hat festgestellt: "Man achtet jetzt wieder vermehrt auf die Nummernschilder. Und mich wundert, dass vor allen Dingen viele junge Leute sagen: SLE muss sein, das ist Kult!" Und beim SLE-Fest ist die Kultgemeinschaft in jedem Falle noch einmal größer geworden.