Bosch ist die nächste Weltfirma in Wittlich

Bosch ist die nächste Weltfirma in Wittlich

Ein Mann, eine Werkstatt und eine Schmiede: 1886 gründete Robert Bosch in Stuttgart eine Firma, die längst weltweit agiert. Ein heutiges Standbein sind Sicherheitssysteme. Für Rheinland-Pfalz und das Saarland hat dieser Geschäftsbereich mit 100 Mitarbeitern jetzt seinen Sitz in Wittlich.

Wittlich. Es gibt Familiennamen, die sind berühmt. In Deutschland hat der Name Bosch eine solche Qualität und das längst über Deutschland hinaus. Am Anfang steht der Feinmechaniker Robert Bosch (1861 bis 1942). Der arbeitete unter anderem bei Edison in den USA und in Großbritannien für Siemens bevor er 1886 in Stuttgart seine "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" gründete. Sein internationaler Erfolg begann damit, dass es ihm gelang, einen Magnetzünder mit einem Kraftfahrzeugmotor zu verbinden.
Das ist bis heute im 1918 entworfenen Firmenlogo präsent, das den Anker eines Magnetzünders zeigt. Bosch wurde der Mann für die Anfänge der Automobiltechnik, gründet schon 1905 eine Fabrik in Paris und 1910 in den USA. 1913 besaß das Unternehmen nach eigenen Angaben "Niederlassungen in Amerika, Asien, Afrika und Australien und erwirtschaftete 88 Prozent des Umsatzes außerhalb Deutschlands." In einem Porträt über Robert Bosch heißt es: "In wenigen Jahren gelang es, das Unternehmen vom handwerklich produzierenden Automobilzulieferer hin zum weltweit tätigen Elektrotechnik-Konzern umzubauen."
Geblieben ist das Logo. Doch heutzutage gehört unter anderem das Thema Sicherheitssystem zum Angebot der Bosch Gruppe. Als Produkte zählen dazu etwa Brandmelde- und Evakuierungsanlagen aber auch Einbruchmelde-, Video- und Zutrittssysteme.
Wohlfühlfaktor punktet


"In Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben wir im Bereich der Gebäudesicherheit mehr als 4000 Kunden, darunter das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier", sagt Erika Görge, Pressesprecherin der Bosch Sicherheitssysteme GmbH mit Sitz in Grasbrunn, Bayern, auf TV-Nachfrage und: "Wir sind weltweit in über 50 Ländern vertreten. In Deutschland haben wir über 50 Standorte. Im Geschäftsjahr 2012 erwirtschafteten rund 12 100 Mitarbeiter einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro." Und dazu soll künftig auch der neue Standort in der Wittlicher Max-Planck-Straße beitragen. Erika Görge: "In Wittlich bündeln wir die Kompetenz von über 100 Mitarbeitern. Hier arbeiten Kollegen aus den Bereichen Vertrieb, Planung, Montage und Instandhaltung zusammen." Bislang war Bosch im Bereich Rheinland-Pfalz/Saarland nur in Städten wie Trier, Koblenz, Saarbrücken und Kaiserslautern vertreten. Wie ist man denn auf Wittlich gekommen? "Die Kreisstadt Wittlich ist uns mit den gut erschlossenen Gewerbe- und Industriegebieten als wirtschaftlicher Schwerpunkt zwischen Trier und Koblenz aufgefallen. Die zentrale geografische Lage sowie die sehr gute Verkehrsanbindung waren weitere Argumente", sagt die Pressesprecherin. Dabei seien in Wittlich verschiedene Berufe vertreten. "Die Kollegen im Vertrieb übernehmen klassische Aufgaben wie Akquisition, Kundenbetreuung und -beratung. Dabei arbeiten sie eng mit den Kollegen aus der Planung zusammen, um dem Kunden eine maßgeschneiderte Sicherheitslösung für sein Gebäude anzubieten. Unsere Montageteams übernehmen dann die Installation der Anlage vor Ort. Die regelmäßige Wartung wird von unseren Servicemitarbeitern erledigt."
Und was hält das Bosch-Team vom neuen Standort außerhalb des Jobs? Daniel Haase, Vertrieb Wittlich, sagt: "Unser Team fühlt sich in Wittlich wohl. Dank der guten Infrastruktur und Nahversorgung ist alles in greifbarer Nähe. Wittlich hat eine sehr schöne historische Altstadt. Das Stadtzentrum liegt unweit unseres Standorts. Da werden wir freitags gerne den Wochenmarkt in der Mittagspause besuchen." Bleibt die Frage: "Bei Bosch denken viele spontan an grüne Bohrmaschinen: An was denken Sie? Haben Sie in Wittlich eigentlich eine grüne Bohrmaschine?" Daniel Haase sagt: "Bei Bosch denken wir in erster Linie an Qualität und langlebige Produkte. Wir haben in Wittlich nicht nur eine Bosch Bohrmaschine, auch unser Kühlschrank ist von Bosch und in unseren Fahrzeugen steckt natürlich jede Menge Technik von Bosch."
Keine Antwort gibt es auf die Frage nach der Höhe der in Wittlich getätigten Investition. Erika Görge: "Dazu möchten wir keine Information weitergeben."

Mehr von Volksfreund