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Ehemaliger Bit-Geschäftsführer Dr. Dietzsch feiert am 18. Mai seinen 80.

Menschen, Macher Märkte : Viel erreicht, viel geehrt

Der Aufstieg der Bitburger Brauerei ist eng mit einem Namen verbunden: Michael Dietzsch. Heute feiert der ehemalige Geschäftsführer, der maßgeblich die Marke geprägt hat, seinen 80. Geburtstag.

Als Michael Dietzsch vor 50 Jahren in die Eifel kam, war er beruflich eher Großstädte gewohnt. In Köln geboren, studierte er in der Domstadt am Rhein und in Paris. Nicht von ungefähr spiegeln sich diese Stationen in seiner Doktorarbeit, in der er die Rolle der Geldpolitik in der deutschen, sozialen Marktwirtschaft im Vergleich zur französischen Planification untersuchte. Erste Marketing- und Vertriebserfahrung sammelte Dietzsch beim Konsumgüterhersteller Henkel in Düsseldorf. Auch dort schickte man den jungen Mann in die Weltstadt an der Seine. Doch nach seiner Hochzeit zog es den Rheinländer in den Familienbetrieb, und er wurde für die Brauerei und die Eifel eine prägende Unternehmerpersönlichkeit.

1971 stieg Michael Dietzsch in den Betrieb seines Schwiegervaters Hanns Simon ein. Bereits zwei Jahre später erhielt er Prokura und wurde zum Geschäftsführer der GaBit GmbH, einem Kölner Brauereiabfüllbetrieb, ernannt. Parallel dazu übernahm er Anfang 1975 gemeinsam mit seinen Schwägern Axel Th. Simon und Thomas Niewodniczanski die Geschäftsführung der Bitburger Brauerei in sechster Generation.

Dietzsch verfolgte mit Vehemenz ein Ziel: die Marke Bitburger von einer Regionalmarke zu einer national und international bekannten Premiummarke auszubauen. Grundlage dieses Erfolgs war die von Dietzsch konsequent umgesetzte Marketing- und Vertriebsstrategie für die Monomarke Bitburger. So stellte er Anfang der 1970er Jahre die Markenoptik von Bitburger auf die signifikante Premium-Optik in Weiß und Gold um. Die  Werbekampagne „Weiße Linie“, die der Marketingfachmann in den 1980er Jahren für Bitburger kreierte, war ein wichtiger Bestandteil seiner zahlreichen Marken-Aktivitäten, mit denen er die Bekanntheit und das Image von Bitburger als Premium-Pils nachhaltig etablierte.

Ein Paukenschlag war das Formel-1-Sponsering der Brauerei aus der Eifel. 1994 stieg Bitburger als Sponsor des Teams Benetton-Renault in die Formel 1 ein: Im gleichen Jahr fuhr Michael Schumacher mit Bit zum Weltmeistertitel und wiederholte den Überraschungserfolg 1995. Schon zuvor, 1992, hatte die Bitburger ihre langjährige Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf den Weg gebracht. Für die Bitburger Brauerei ein Marketing-Erfolg von hohem Wert. „Bitte ein Bit“ wurde in der ganzen Welt bekannt. 1999 wechselte der Bit-Manager von der Brauerei zur Holding. Als Vorsitzender der Geschäftsführung der Bitburger Getränke Verwaltungsgesellschaft mbH bestimmte er die strategische Ausrichtung der Gruppe. Unter anderem war er maßgeblich für die Übernahme der Premium-Marken Wernesgrüner, König und Licher verantwortlich, die noch heute gemeinsam unter dem Dach der Bitburger Braugruppe mit der Hauptmarke Bitburger und dem Schwarzbiermarktführer Köstritzer erfolgreich im Markt agieren.

Eine besondere Beziehung hatte Michael Dietzsch immer zu den USA und den amerikanischen Streitkräften. Mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Elke Leonhard und dem Bitburg-Prümer Landrat Roger Graef brachte Michael Dietzsch die Freundschaft in Schwung. In den Vereinigten Staaten Lobbyarbeit für die Airbase Spangdahlem machen – mit diesem Ziel gründeten regionale Politiker und Unternehmer 2003 den „Host Nation Council Spangdahlem“, dem der ehemalige Bit-Chef bis 2013 vorstand.

Dietsch ist ebenso ein Förderer der Kultur. Bereits seit 1995 widmet sich der Jubilar mit großem Einsatz und Erfolg seinen Aufgaben als Vorsitzender des Stiftungsrats der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung. Ein breites und vielfältiges kulturelles Angebot für die Region rund um Bitburg aktiv mitzugestalten, ist ihm dabei offensichtlich eine Herzensangelegenheit. Michael Dietzsch war aber auch in zahlreichen Gremien und Verbänden aktiv. So stand er von 1993 bis 1999 als Präsident dem Deutscher Brauer-Bund vor. Der Universität Trier ist Dietzsch durch seine langjährige Mitgliedschaft im Hochschulkuratorium, als Vorsitzender des Freundeskreises und bis heute als Ehrensenator verbunden.

Mit Blick auf die Jahrzehnte könnte über das Schaffen und Wirken von Dietsch stehen: viel geleistet, viel geehrt. So erhielt er 1992 unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande und 1999 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 2015 verlieh ihm die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz.

Michael Dietzsch ist verheiratet, er hat zwei Töchter und vier Enkelkinder, und neben der Familie ist er passionierter Jäger, Golfer, und er liebt das Reisen. Alles ganz unter seinem Lebensmotto, das er 2015 dem TV verriet: „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig.“