Schlechter, aber noch gut

Schlechter, aber noch gut

TRIER. Mehr Arbeitslose, aber trotzdem kein schlechtes Jahr: Das ist die Bilanz der Agentur für Arbeit Trier für 2005. Die Nachbarschaft zu Luxemburg macht den Bezirk zu dem mit der niedrigsten Arbeitslosenquote in Rheinland-Pfalz.

Gut qualifiziert, mobil und zeitlich flexibel - das sind die Grundlagen, um in der Region Trier einen Job zu bekommen. Von einem "spannenden und widersprüchlichen Jahr" sprach gestern Hans Dieter Kaeswurm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Trier, bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen des vergangenen Jahres. Dabei zeichnen die Zahlen, die Kaeswurm für die Stadt Trier sowie die Kreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Daun präsentierte, auf den ersten Blick ein schlechtes Bild: Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vorjahr von 6,4 auf 6,8 Prozent gestiegen, die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt von 15 222 auf 16 102. Im Lauf des Jahres haben sich 41 894 Personen arbeitslos gemeldet; immerhin sind dies 815 weniger als 2004. Entgegen der schlechten Werte für das Gesamtjahr präsentierte Kaeswurm für den Monat Dezember aber Zahlen, die im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Verbesserung anzeigen. So betrug die Arbeitslosenquote 6,2 Prozent, im Dezember 2004 waren es noch 6,8. Die Agentur für Arbeit habe einen enormen Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu Beginn des Jahres verzeichnet, als das Arbeitslosengeld II eingeführt worden sei. Kaeswurm führte dies darauf zurück, dass zahlreiche Menschen, die zuvor Sozialhilfe bezogen hätten, als Arbeitslose erfasst worden seien. Im Lauf des Jahres ist die Zahl der Arbeitslosen dann zurückgegangen. Zum Teil liegt das daran, dass Arbeitslose vermittelt wurden, zum Teil aber auch daran, dass sie aus der Statistik herausgefallen sind. So zählen Teilnehmer an Maßnahmen - wie Trainingsprogrammen oder Ein-Euro-Jobs - nicht als Arbeitslose. Auf etwa 1300 schätzt Kaeswurm die Zahl dieser Jobs in der Region. Beste Arbeitslosen-Quote in Rheinland-Pfalz

Im Landes- und Bundesvergleich steht die Region Trier mit der Dezember-Quote von 6,4 Prozent gut da: Die rheinland-pfälzische Quote für den Dezember beträgt 8,7 Prozent, im Raum Pirmasens wurde sogar ein Wert von 10,5 Prozent gemeldet. Die Werte der Agentur für Arbeit Trier sind so, dass die Bundesagentur für Arbeit den Bezirk für 2006 als "Bezirk mit günstiger Arbeitsmarktlage und hoher Dynamik" eingestuft hat. Im vergangenen Jahr noch galt der Trierer Bezirk als "Bezirk mit unterdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit und wenig Dynamik". Die Aufteilung der Agentur-Bezirke dient dazu, die Leistungen vergleichbar zu machen. Bei dieser Bewertung schaffte es die Trierer Agentur unter die bundesweit 25 besten, was für die Vermittler eine Sonderzahlung bedeutete. Keinen Zweifel lässt Kaeswurm daran, was für die vergleichsweise guten Zahlen in der Region sorgt: das Nachbarland Luxemburg. Knapp 18 000 Menschen pendeln nach seinen Angaben jeden Tag dorthin. Wer den richtigen Beruf hat, muss auch in Deutschland nicht lange nach einer Stelle suchen. Arbeitsangebote in der mobilen Altenpflege etwa gibt es nach Aussage von Martina Klankert-Drautzburg in ausreichender Zahl. Klankert-Drautzburg ist eine der beiden Teamleiterinnen im Bereich Vermittlung der Hauptagentur. Auch in den meisten handwerklichen Berufen ist die Lage nach ihren Erfahrungen nicht schlecht: "Die qualifizierten Facharbeiter kriegen wir unter."