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Versicherte sollen von Fusion profitieren

Versicherte sollen von Fusion profitieren

Im Oktober sollen die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) Saarland und Rheinland-Pfalz mit der Innungskrankenkasse (IKK) Südwest fusionieren. Nach TV-Informationen sind die Gespräche dazu schon weit fortgeschritten.

Während Krankenkassen wie Barmer/GEK oder Techniker Krankenkasse in den anstehenden Sozialwahlen ihre Mitglieder noch abstimmen lassen, wie sich die aus Versicherten- und Arbeitgebervertretern gebildeten Verwaltungsräte zusammensetzen werden, haben das die AOK Saarland und Rheinland-Pfalz und die IKK Südwest in Saarbrücken bereits hinter sich. Aus guten Grund. Denn am 5. Juli sollen die drei Verwaltungsräte sich konstituieren und gleichzeitig beschließen, dass die beiden AOK mit der IKK Südwest zum 1. Oktober fusionieren werden.

Nach TV-Informationen sind die Gespräche über die Fusion bereits weit fortgeschritten. Der Trierer AOK-Bezirksgeschäftsführer Hermann-Josef Huggenberger ist zum Fusionsbeauftragten bestimmt worden. Er äußerte sich jedoch nicht zum Stand der Gespräche. Seit 16. März ist die geplante Fusion beim Bundeskartellamt in Bonn angemeldet. Noch hat die Behörde allerdings nicht entschieden. Insider gehen aber davon aus, dass es keine Bedenken gegen den Zusammenschluss geben wird.

Die neue Kasse soll AOK IKK Südwest heißen und möglicherweise mit dem Slogan werben: "Die Gesundheitskasse, die ihr Handwerk versteht". Damit wären vor allem die Bedenken aus den Reihen des IKK-Verwaltungsrates ausgeräumt. Dort wurde befürchtet, dass die Identität der ursprünglichen Innungskasse der Handwerker bei einem Zusammenschluss verloren geht. Außerdem ließe sich unter dem Namen AOK IKK Südwest durchaus auch noch eine weitere Südwest-AOK, nämlich die baden-württembergische, vereinen. Experten halten eine derartige Fusion für möglich.

Rund 1,9 Millionen Versicherte wird die neue rheinland-pfälzisch-saarländische Kasse haben, wobei mit fast einer Million Versicherten die AOK Rheinland-Pfalz der größte der drei Partner ist, gefolgt von der IKK Südwest (rund 643 000 Versicherte) und der AOK Saarland (227 000). Vor allem die beiden AOK profitieren bei der bislang eher überalterten Mitgliederstruktur von einer Fusion. Über die Hälfte der IKK-Mitglieder sind Pflichtversicherte, bei der AOK Rheinland-Pfalz liegt dieser Anteil bei etwas mehr als 30 Prozent. Fast genauso hoch ist der Anteil der Rentner in der AOK, während dieser bei der IKK gerade mal bei knapp sechs Prozent liegt.

Mit einer Fusion würde sich die Versichertenstruktur der neuen Kasse anteilsmäßig verjüngen. Besonders stark ist die IKK Südwest in Trier und in Hermeskeil. Bezogen auf die AOK würde sich in Trier die Mitgliederzahl fast um 50 und in Hermeskeil sogar um fast 90 Prozent erhöhen.

Da keine Geschäftsstelle geschlossen werden soll, profitieren vor allem die IKK-Versicherten in der Region von der Fusion. Denn außer in Trier hat die Kasse bislang keine Niederlassung.

Künftig würden die IKK-Versicherten auch in die bisherigen AOK-Geschäfststellen in Bernkastel-Kues, Wittlich, Daun, Bitburg, Gerolstein, Prüm, Saarburg, Hermeskeil, Morbach, Traben-Trarbach und Trier betreut werden. Erhalten bleiben sollen auch die beiden Geschäftsstellen von AOK und IKK in Trier. An den bisher angebotenen Leistungen soll sich nichts ändern, auch die Beiträge bleiben gleich. Gegenüber den Gewerkschaften haben die Kassen versichert, dass es keinen Stellenabbau geben wird. Chef der neuen Kasse, deren Sitz im pfälzischen Eisenberg sein soll, soll der jetzige IKK-Chef Frank Spaniol sein. Ein AOK-Eigengewächs. Er hat früher bei der AOK im Saarland gearbeitet.

EXTRA



Mit der geplanten Fusion der drei Krankenkassen IKK Südwest, AOK Rheinland-Pfalz und AOK Saarland und dann rund 1,9 Millionen Versicherten gehört die neue AOK IKK Südwest zu den zwölf größten Krankenkassen in Deutschland. Im Dezember vergangenen Jahres beschlossen die drei Kassen offiziell, zusammenzugehen.wie