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Vision: Randvolle Züge

Vision: Randvolle Züge

TRIER. Bahnfahren nach Luxemburg wird attraktiver und billiger. Ab Montag werden zudem neue moderne Doppelstockwagen auf der grenzüberschreitenden Strecke eingesetzt.

7.24 Uhr, Trier Hauptbahnhof, der Zug nach Luxemburg ist rappelvoll, die Leute drängen sich in den Fluren der schicken Doppelstockwagen. Zukunftsmusik. Denn noch sieht die Realität anders aus. 200 Pendler fahren täglich mit dem Zug zur Arbeit nach Luxemburg. Das soll sich ändern. Während sich der Direktor des zuständigen Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Nord (SPNV), Thomas Geyer, bescheiden gibt und bereits froh wäre, wenn bis Ende des nächsten Jahres doppelt so viele Pendler in den Zügen säßen, legt Verbandsvorsteher Richard Groß die Messlatte hoch: "Das Fünf- bis Siebenfache ist drin", sagt der Trier-Saarburger Landrat.Ziel: Jeder Vierte nimmt die Bahn

Ein hoch gestecktes Ziel, das jedoch nicht unrealistisch sein muss. Denn zwei Züge nach Luxemburg starten ab Montag nicht erst in Trier, sondern bereits in Schweich (6.09 und 7.09 Uhr). Um 17.15 und 18.17 Uhr geht es vom Luxemburger Hauptbahnhof wieder zurück. Schweich sei ideal für Pendler aus der vorderen Eifel, dem Hunsrück oder von der Mosel, erklärt Geyer. Eingesetzt werden neue Doppelstockwagen der luxemburgischen Bahn CFL. SPNV, Deutsche Bahn und CFL haben fast ein Jahr an der Verbesserung der grenzüberschreitenden Anbindung gearbeitet. Die Luxemburger wollen so viele Pendler wie möglich auf die Schiene bringen. Auf absehbare Zeit soll der Anteil der Bahnfahrer im Großherzogtum auf 25 Prozent steigen, sagt CFL-Vize Nicolas Welsch. Eine Internet-Befragung von 500 Zugfahrern hat ergeben, dass vielen der Weg zum Trierer Hauptbahnhof zu unbequem ist, zumal sie dort keine kostenlosen Parkplätze finden. Daher soll der Pendlerzug irgendwann auch in Wittlich starten. Auf jeden Fall werden die Züge von und nach Luxemburg weiter über den Trierer Hauptbahnhof und Konz fahren. Überlegungen, wie sie vor einem Jahr von der Bahn kamen, über Trier-West zu fahren, seien nicht zu realisieren, sagt Geyer. Weiteres Ergebnis der Online-Befragung: Zug fahren nach Luxemburg ist zu teuer. Daher soll es für Pendler nun billiger werden. Zusammen mit den Kollegen der Luxemburger CFL bieten Deutsche Bahn und SPNV eine "Oekocard" an. 75 Euro kostet sie im Monat. Auf deutscher Seite gilt sie in allen Zügen Richtung Grenze, in Luxemburg können damit auch Busse genutzt werden, auch der ab Montag fahrende Bus vom Bahnhof Munsbach in Luxemburg zum Bankenviertel auf dem Kirchberg.