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Riesiges Loch im Etat: TBB Trier droht das Aus

Riesiges Loch im Etat: TBB Trier droht das Aus

Sportlich läuft es für die Trierer Bundesliga-Basketballer in dieser Saison alles andere als rund. Viel prekärer ist aber offenbar die finanzielle Situation des Tabellen-16.: Dem heimischen Erstligisten droht anscheinend die Zahlungsunfähigkeit.

Licht und Schatten haben sich in sportlicher Hinsicht in dieser Saison bei der TBB Trier oft abgewechselt: Hier der umjubelte Heimsieg gegen den deutschen Meister FC Bayern München im Dezember 2014 oder die knappe Niederlage nach Verlängerung bei Alba Berlin am vergangenen Wochenende.

Auf der anderen Seite die klar verlorenen Spiele, bei denen die TBB-Spieler seltsam gehemmt und leidenschaftslos auf dem Parkett standen.

Noch düsterer als die sportliche sieht offenbar die finanzielle Situation des Bundesligisten aus. Nach Volksfreund-Informationen fehlen der TBB Trier rund 800.000 Euro. "Es ist korrekt, dass wir uns in einer ernsten finanziellen Lage befinden, über die wir die Liga frühestmöglich informiert haben", sagte TBB-Geschäftsführer Sebastian Merten am Dienstag dem Basketball-Fachmagazin BIG. Für den TV war Merten nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Einen "echten" Trikotsponsor hatten die Moselstädter seit Saisonbeginn nicht mehr, da der Geldgeber "Extra Reisen" sein Geschäftsfeld Reisen schloss. Das Unternehmen sagte aber zu, trotzdem einen Großteil der Sponsoringsumme zu zahlen. Seitdem warben verschiedene Sponsoren für einige Spiele auf dem TBB-Trikot - aber keiner dauerhaft.
Der drohende Abstieg habe Sponsoren in letzter Zeit davon abgehalten, das Portemonnaie noch einmal zu öffnen und die klaffende Lücke im Etat somit etwas zu verkleinern, sagte ein TBB-Insider dem TV am Dienstagabend. "Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist zwölf."

Auch in der Zentrale der Basketball-Bundesliga (BBL) in Köln ist man besorgt über die Situation in Trier. Die BBL bezeichnete die Lage als sehr ernst. Bis zum Donnerstag, 18 Uhr, hat die Liga der TBB die Möglichkeit eingeräumt, Unterlagen nachzureichen. Am Freitag will sich dann der Lizenzierungsausschuss der Liga mit dem Fall beschäftigen. Die Treveri Basketball AG, unter deren Dach die Profiabteilung seit fünf Jahren angesiedelt ist, will am Mittwoch ihre Anteilseigner bei der Jahreshauptversammlung informieren; für Donnerstagabend hat sie zu einer Pressekonferenz eingeladen.

Schon im Vorfeld der Saison hatte es Probleme mit der Lizenz gegeben: Die Basketball-Bundesliga hatte eine Erteilung an Bedingungen geknüpft. Der Verein hatte daraufhin die von der BBL geforderten Kapitalerhöhung bei einer außerordentlichen Aktionärsversammlung beschlossen; es handelte sich damals um 200.000 Euro.

Jetzt steckt die chronisch klamme TBB offenbar in so großen finanziellen Schwierigkeiten, dass angeblich seit Jahresbeginn keine Gehälter mehr gezahlt worden sind. Unklar ist deshalb auch, ob die Saison - ausgerecht die Jubiläumssaison "25 Jahre Basketball-Bundesliga in Trier" - zu Ende gespielt werden kann.

Zuletzt hatte die TBB auch mit personellen Veränderungen Schlagzeilen gemacht: Ende Februar wurde bekannt, dass Bernd Haasenritter nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit nicht länger TBB-Geschäftsstellenleiter ist. Zu den Gründen wollten sich weder Haasenritter noch TBB-Vorstand Sascha Beitzel äußern.

Unterdessen machten TBB-Fans ihrem Unmut am Dienstag nach Bekanntwerden der Probleme im Internet bei Facebook Luft. Einer schrieb: "Eure Fans sind euer Kapital! Wir wurden nun lang genug verarscht! Es reicht!"