"Enttäuschend, schade, traurig"

Eintracht Trier hat keinen Punkt gewonnen, sondern zwei verloren: Mit dem 2:2-Unentschieden am gestrigen Sonntagnachmittag bei Schalke 04 II hat der SVE wertvollen Boden auf Spitzenreiter Preußen Münster eingebüßt.

Er hätte sich am liebsten das Trikot vom Leib gerissen. So frustriert war Eintracht-Stürmer Lukas Mössner nach dem Abpfiff. Enttäuscht vor allem von sich selbst. Es lief bereits die Nachspielzeit in der Herner Mondpalast-Arena, als der Österreicher alleine auf Schalkes Torwart Lars Unnerstall zusteuerte. Die große Chance zum 3:2, zum Happy End in einer aufreibenden Partie. Doch Mössner wollte auf Nummer sicher gehen, schob den Ball zum mitgelaufenen Tim Eckstein, der aber im Abseits stand. Vorbei die Gelegenheit. Vorbei die Aussicht auf einen Auswärtssieg. Endgültig vorbei die Aufstiegschance?

"Über einen Platz ganz oben brauchen wir jetzt nicht mehr zu sprechen", sagte Kapitän Josef Cinar mit gesenktem Kopf auf dem Weg in die Kabine. Sieben Punkte Rückstand hat Trier nun auf Preußen Münster. "Die Mannschaftsleistung war okay, das Ergebnis ist es leider nicht", stellte Eintracht-Trainer Roland Seitz deprimiert fest.

Trier begann stark, führte folgerichtig mit 1:0. Alban Meha hatte nach 18 Minuten seine Torflaute beendet (Flachschuss ins linke untere Eck nach tollem Antritt). Erstmals seit dem 20. November 2010 durfte sich der 24-Jährige in die Torschützenliste eintragen.

"Danach haben wir bis zur Halbzeit leider mit dem Fußballspielen aufgehört", monierte Seitz. In dieser Phase drehte Schalke zwischenzeitlich die Partie. Der aufgerückte Ex-Profi Frank Fahrenhorst traf nach einer Ecke, als die Zuordnung in der Eintracht-Abwehr nicht stimmte (23.). Manuel Glowacz verwandelte kurz vor der Pause einen sehr umstrittenen Strafstoß (45.) — Cinar soll bei einem Befreiungsschlag Alexander Langlitz elfmeterreif zu Fall gebracht haben.

In den zweiten 45 Minuten war die Eintracht wieder präsent, dem 2:2 durch Lukas Mössner - Glowacz klärte den Kopfball des Österreichers nach Ansicht des Schiedsrichtergespanns erst hinter der Torlinie mit der Stirn- hätte das 3:2 folgen können, wenn nicht müssen. Einen Schuss von Mössner blockte Fahrenhorst kurz vor der Torlinie (85.). Drei Minuten später traf Joker Tim Eckstein — doch der Assistent zeigte eine Abseitsposition an. Und dann die Szene in der Nachspielzeit. Die Chance von Mössner. "Der Spielausgang ist extrem enttäuschend. Schade, traurig, alles zusammen. Wir haben alles gegeben, hatten genug Chancen zum Sieg", klagte Cinar.

In den beiden vergangenen Saisons verlor Trier zwei Mal bei Schalke II. Nun der Punkt. Nur ein Punkt. Für die Eintracht war es gestern erneut ein verschenkter Tag im Ruhrpott.