Trainer Seitz will auch in Mannheim lächeln

Trainer Seitz will auch in Mannheim lächeln

Das Südwest-Duell in der Regionalliga zwischen Waldhof Mannheim und Eintracht Trier am heutigen Samstag (14 Uhr, Carl-Benz-Stadion) birgt nicht nur sportliche Brisanz. Die Partie bietet auch drei interessante Randgeschichten.

Emotionale Bindungen: In der Saison 2009/10 spielte Flügelflitzer Martin Wagner für Eintracht Trier, nun trifft er erstmals mit Waldhof Mannheim auf seinen Ex-Club. "Ich hatte in Trier eine schöne Zeit, auch wenn die Saison schlimm endete", sagt er heute. Nur weil drei Clubs keine Lizenz erhielten, blieb Trier als Letzter drin. Bitter für Wagner: Er hatte nach der Saison bei Waldhof einen Regionalliga-Vertrag unterschrieben - doch die Kurpfälzer gehörten zu dem Trio, das keine Spielberechtigung erhielt. Wagner stand ohne Verein da. "Das war für mich ein Schock. Zum Glück konnte ich mich über Stationen in Großaspach und Worms wieder zurückkämpfen."
Bei den Waldhöfern bestreitet er nun seine zweite Saison. Für den 25-Jährigen ist die heutige Partie eine besondere, da er zu beiden Städten spezielle Beziehungen hat: "Ich habe damals in Trier geheiratet. Und in Mannheim wurde vor knapp einem Jahr mein Sohn geboren."
Doppeltes Engagement: Waldhof Mannheim hat mit der Parkplan AG einen neuen Trikotsponsor. Er soll Medienberichten zufolge rund 100 000 Euro pro Saison zahlen. Eingefädelt hat den Deal die in Luxemburg ansässige Agentur "Pyramid Sports Marketing". Sie entstand im April, um vornehmlich den Basketball-Bundesligisten TBB Trier in den Bereichen Vertrieb, Marketing und PR zu unterstützen. Sie will aber auch in der gesamten Region SaarLorLux sowie im Rhein-Neckar-Raum wirken.
Als Geschäftspartner wird auf ihrer Webseite nun auch Eintracht Trier angegeben. SVE-Geschäftsführer Dirk Jacobs bestätigt auf TV-Nachfrage, dass es seit "fünf, sechs Wochen" eine Zusammenarbeit gebe. Und das, obwohl die Eintracht ihre Geschäftsstelle zwecks besserer Sponsorenakquise doch selbst personell aufgestockt hat? "Pyramid kann vielleicht andere Sponsoren im Südwesten Deutschlands und in Luxemburg ansprechen. Wir zahlen kein Geld an die Agentur, eine Provision würde nur im Falle einer Sponsorenvermittlung fällig", sagt Jacobs.
Agentur-Vorstand Michael Haubrich spricht von einem "losen Mandat" bei der Eintracht. Waldhof Mannheim hat dagegen die komplette Vermarktung in die Hände des Dienstleisters gelegt. Beim heutigen Duell beider Clubs schlagen in Haubrichs Brust zwei Herzen: "Ich wäre mit einem Remis zufrieden."
Nachspiel: Martin Hess gilt bei der Eintracht nicht als fairer Sportsmann. Als Stürmer der Sportfreunde Lotte war er vom DFB wegen einer "diskriminierenden Äußerung" gegen den Trie rer Akteur Jeremy Karikari im Spiel beider Clubs am Jahresende 2011 zu drei Spielen Sperre verdonnert worden. Karikari musste ebenfalls drei Partien aussetzen, weil er Hess nach der Partie geohrfeigt hatte. Auch strafrechtlich wurden die Vorfälle verfolgt. Gegen Karikari wurde ein Strafbefehl erlassen - nach TV-Informationen in Höhe von etwa 2000 Euro. Laut Karikaris Rechtsanwalt Alexander Bergweiler, der auch Aufsichtsratsmitglied der Eintracht ist, habe man Einspruch eingelegt. Die Verhandlung ist am 26. September im Amtsgericht Tecklenburg.
Während Karikari inzwischen bei RB Leipzig kickt, spielt Hess für Mannheim. Gegen Trier wird er heute aber fehlen. Er laboriert an einer Knieverletzung.Extra

Stühlerücken: Innenverteidiger Mario Klinger und Mittelfeldspieler Steven Kröner kehren für das Auswärtsspiel bei Waldhof Mannheim in die Mannschaft von Eintracht Trier zurück. Beide haben kleinere Verletzungen überwunden. Nicht zur Verfügung steht nach Aussage von Trainer Roland Seitz dagegen Torwart Stephan Loboué, der sich ein Band oberhalb des Wadenbeinköpfchens gezerrt habe. Damit wird An dreas Lengsfeld sicher im Tor stehen, Philipp Basquit sitzt auf der Bank. Unterdessen verzögert sich die Rückkehr von Baldo di Gregorio weiter. Trotz eines ausgeheilten Muskelfaserrisses hat er laut Seitz weiterhin Oberschenkel-Probleme. In Mannheim will Seitz wieder in einem 4-1-4-1-Schema antreten. Den Trip in die Kurpfalz bezeichnet er als "interessant und schwierig". Die Eintracht will ihre Position als bestes Auswärtsteam in der Liga behalten. Waldhof Mannheim rangiert in der Tabelle vor diesem Spieltag auf dem drittletzten Platz. Die Heimbilanz ist aber passabel (sieben Punkte aus vier Spielen). bl