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Fair Play gehört zum Selbstverständnis

Fair Play gehört zum Selbstverständnis

Ohne die Trierer Sportakademie würde die Sportlandschaft in Trier und Umgebung anders aussehen. Die Fair-Play-Tour ist wohl die bekannteste Aktion. Vieles läuft aber auch weitgehend von der Öffentlichkeit unbemerkt im Hintergrund. Am heutigen Mittwoch feiert die Sportakademie ihr 25-jähriges Bestehen.

Trier. 1990 war ein ereignisreiches Jahr. Noch vor der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober wurde am 20. August in Trier eine Institution ins Leben gerufen, die die Entwicklung des Sports in der Großregion entscheidend mitbeeinflusst hat. Die Gründung als "Akademie des rheinland-pfälzischen Sports" war praktisch schon von Beginn an überholt. Der Zusatz "europäische" kam vier Jahre später hinzu.
Europa und Sport zu verbinden war dringend nötig. Der Hauptgeschäftsführer des Landessportbunds Rheinland-Pfalz (LSB), Lothar Westram, spricht in seinem Jubiläumsgrußwort von der "späten Erkenntnis im organisierten Sport, dass der europäische Einigungsprozess vor dem Sport nicht halt machen werde". Die Trierer Sportakademie setzte sich zusammen mit dem Deutschen Sportbund unter dem Titel "Europa in Bewegung - die Europäische Gemeinschaft und der Sport" als eine der ersten konkret mit dem Thema auseinander.
Geschäftsführer ist von Beginn an Klaus Klaeren. Mit der behelfsmäßigen Unterbringung in Räumen des Trierer Sportamts waren es bescheidene Anfänge. Etwas besser wurde es 1993, als man in einen Seitentrakt der Grundschule Olewig umzog - zeitweise Nutzung der Toilettenanlage der Abc-Schützen inklusive. Der entscheidende Sprung gelang vier Jahre später, als das jetzige Akademiegebäude im ehemaligen Konversionsgebiet Castelforte bezogen werden konnte. Von hier aus wurden Kontakte über die Grenzen hinweg geknüpft und durch feste Organisationsstrukturen dauerhaft etabliert. Im Eurosportpool beispielsweise arbeiten staatliche und Sportorganisationen aus Belgien, Luxemburg, Frankreich, dem Saarland und Rheinland-Pfalz zusammen. Er dient als Plattform für Sportbegegnungen. Praktische Hilfe kann zum Beispiel bei Trainingslagern gegeben werden. Es sei "eines der zentralen Arbeitsfelder der Europäischen Sportakademie, Menschen im Sport zusammenzuführen", sagt Georg Bernarding, der 1999 vom Mainzer Professor Max Munz den Sportakademie-Vorsitz übernahm.
Der Fair-Play-Gedanke sei dabei grundlegend, betont Bernarding. Seit 1995 vergibt die Sportakademie zusammen mit dem Trierer Sporthaus Simons den Fair im Sport Preis. Die Organisation der Fair-Play-Tour, bei der jedes Jahr mehr als 300 Jugendliche aus verschiedenen Ländern eine Woche lang rund 800 Kilometer durch die Großregion radeln, wäre ohne Sportakademie nicht mehr denkbar.
Die Zukunft sieht Bernarding in grenzüberschreitenden Dienstleistungen für den Sport. 2014 wurde der Eurosportpool durch die belgische Wallonie erweitert. Seit diesem Jahr hat außerdem das Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) an der Trierer Sportakademie seinen Sitz. Dieses geht zwar auf eine rheinland-pfälzische Initiative zurück, konnte aber auch schon im benachbarten Ausland helfen.Extra

Träger der Europäischen Sportakademie sind der Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB), das Land Rheinland-Pfalz, das Bildungswerk des LSB, die Sportbünde Rheinland, Pfalz und Rheinhessen, die Sportjugend Rheinland-Pfalz, die Stadt Trier und der Stadtsportverband Trier. teu