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CDU büßt ein, Thiel muss zittern

CDU büßt ein, Thiel muss zittern

Die CDU in Rheinland-Pfalz bleibt bei der Europawahl zwar stärkste Partei, büßte aber im Vergleich zur Europawahl vor fünf Jahren Stimmen ein. Ob\'s für die einzige chancenreiche Kandidatin aus der Region Trier gereicht hat, stand bei Redaktionsschluss nicht fest.

Mainz/Trier. Hat es Simone Thiel ins Europaparlament geschafft? Für die Saarburger Christdemokratin war gestern Abend Zittern und Bangen angesagt. Bis Redaktionsschluss war noch unklar, ob ihr der Sprung nach Brüssel gelungen ist. Die 35-jährige Politikwissenschaftlerin stand auf Platz drei der CDU-Landesliste - hinter Werner Langen und Birgit Collin-Langen.
Drei Sitze im Europaparlament hatte die Landes-CDU bislang. Doch ihr Ergebnis ist mit rund 37 Prozent 2,4 Prozentpunkte schlechter als vor fünf Jahren. Zudem hat Deutschland im neuen Europaparlament weniger Sitze; und wegen des Wegfalls der Prozenthürden ziehen auch kleinere Parteien aus Deutschland ins EU-Parlament ein.
All dies könnte letztlich dazu geführt haben, dass es für die Saarburgerin Simone Thiel am Ende eng geworden ist. CDU-Landeschefin Julia Klöckner zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Abschneiden ihrer Partei: Die CDU habe die Europawahl gewonnen, dies sei ein gutes Zeichen.
Zufriedenheit auch bei den rheinland-pfälzischen Sozialdemokraten, die zwar zweitstärkste Partei bleiben, aber gegenüber der Europawahl 2009 deutlich zulegen konnten - laut Hochrechnungen um gut fünf Prozentpunkte. "Dieses Ergebnis ist sehr verdient, denn die Partei und unsere Kandidaten haben einen tollen Wahlkampf geliefert", freute sich SPD-Landeschef Roger Lewentz. SPD-Spitzenkandidatin Jutta Steinruck lobte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. "Sie hat uns wesentlich unterstützt und europäische Themen hervorragend gemanagt."
Die Sozialdemokraten werden wahrscheinlich erneut mit zwei Abgeordneten im Europaparlament vertreten sein.
Die rheinland-pfälzischen Grünen erreichten laut Hochrechnungen 8,6 Prozent, einen knappen Prozentpunkt weniger als vor fünf Jahren. "Wir haben uns auf hohem Niveau stabilisiert", meinte die grüne Wirtschaftsministerin Eveline Lemke.
Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) kam auf Anhieb auf sieben Prozent. "In ein paar Jahren reden wir über zweistellige Zahlen", meinte Landeschef Uwe Zimmermann.
Zweistellig war vor fünf Jahren noch die rheinland-pfälzische FDP; dieses Mal kam sie gerade einmal auf 3,7 Prozent. "Die Wahl kam für uns zu früh", kommentierte Landesvorsitzender Volker Wissing das Ergebnis. Die Linke legte leicht zu - auf 3,9 Prozent.
Zur Wahl des EU-Parlaments waren in Rheinland-Pfalz 24 Parteien angetreten. Bisher stellte das Land sechs Europa-Abgeordnete im Europaparlament: die CDU drei, die SPD zwei und die FDP einen.