Spiele: Battlefield V im Test: atmosphärisch, intensiv und brachial

Spiele : Battlefield V im Test: atmosphärisch, intensiv und brachial

Battlefield V von Electronic Arts ist ein Fest für Fans intensiver Multiplayer-Gefechte, hier stimmt wirklich alles. Die kleinen Kriegsgeschichten für den Einzelspieler blieben dahinter zurück, aber das ist so gewollt.

Der Zweite Weltkrieg als Bühne eines Shooters - diese Wahl des Publishers Electronic Arts und des Entwicklerstudios Dice basiert auf Erfahrung im Spielesektor und einer langen Beobachtung des Marktes. Denn Spieler mögen diesen historischen Hintergrund. Sie mögen ihn mehr als Science-Fiction-Settings mit Roboters und fliegenden Kampfanzügen, das beweisen die Zahlen der beiden Marktführer Call of Duty (Activision) und eben auch Battlefield. Ohne die Grausamkeit des Vernichtungskrieges in Frage stellen zu wollen, akzeptiert der Großteil der Spieler das Setting als Arena einer sportlich orientierten Auseinandersetzung. Und genau in dieser Disziplin ist er bei Battlefield V genau richtig.

Die Inszenierung, die der Entwickler Dice auf den Bildschirm bringt, ist gewaltig. Die Klangkulisse ist erstklassig umgesetzt und versetzt den Spieler in die Mitte des Gefechts. Die Grafik ist ebenfalls herausragend gut, die Animationen der Soldaten und die Cutscenes erreichen höchstes Niveau. Die Intensität und das Tempo des Spiels bestätigen den sehr guten Ruf der Battlefield-Serie.

Wie bereits in Battlefield 1, erschienen 2016, kann der Solo-Spieler einzelne Episoden durchlaufen, die dramatische Kriegsgeschichten erzählen. Eine nette Idee, die im Prinzip auch gut funktioniert, denn die gezeigten Perspektiven weichen klar vom Mainstream ab. Eine Geschichte dreht sich um eine Frau im norwegischen Widerstand, eine weitere um französische Kolonialtruppen. Doch diese Episoden sind schnell vorbei, erfahrene Spieler werden damit kaum gefordert oder länger beschäftigt. Battlefield ist vor allem Multiplayer, hier liegen die klaren Stärken der Serie.

Das bestätigt Battlefield V ein weiteres Mal. Die Multiplayer-Modi sind gigantisch. Bis zu 64 Spieler können mehrstufige Modi wie „Große Operationen“ und „Combined Arms“ in Angriff nehmen, auch „Eroberung“ ist wieder mit dabei. Die Strukturen sind erfahrenen Battlefield-Spielern bestens vertraut, sie werden im aktuellen Titel genau das wiederfinden, was sie an einem Multiplayer-Shooter schätzen. Für Anfänger ist Battlefield V eine hervorragende Gelegenheit, Erfahrungen in diesem Genre zu sammeln. Jörg Pistorius

Battlefield V ist erschienen für Windows PC, Xbox One (beide getestet) und PS4. Der Titel ist frei ab 16 Jahren.

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