Moselmusikfestival: Pe Werner und ihr Quartett begeistern in der Kröver Weinbrunnenhalle

MoselMusikfestival : Im Mondrausch

Mosel Musikfestival: Pe Werner und ihr Quartett begeistern 260 Besucher in der Weinbrunnenhalle.

Der Mond ist kein einfacher Zeitgenosse. In vielen Liedern ist er schon besungen worden, ob bei Frank Sinatra, der sich „Fly me to the moon“ wünschte, Audrey Hepburn blickte auf den „Moon River“, Vicky Leandros sang „Auf dem Mond, da blühen keine Rosen“, und Sting beschrieb den „moon over bourbon street“. Bei den vielen Titeln zum Nachtgestirn könnte man meinen, es sei schon alles gesagt zum Mond. Dennoch hat Pe Werner ihm 17 Titel in einem Konzeptalbum gewidmet, die sie in Kröv gesungen hat.

Mit der Mondscheinsymphonie, einem sanften Swingstück, beginnt sie den Abend. Darin beschreibt sie ihn, der das Meer versilbert und sie mit Freude erfüllt. Jazzig geht es weiter mit dem „Vollmondgesicht“, darin geht es mit ironischen Seitenhieben um das Thema Gewicht, und sie singt „Ein Hungerhaken bin ich nicht, ich habe ein Vollmondgesicht“.

Der Schwerpunkt des Abends liegt musikalisch im Bereich Chanson mit Jazz, Swing, etwas Pop und Souleinflüssen. Ihre warme, klare Stimme fügt sich sehr gut in die Arrangements von Wieland Reissmann ein. Ihr Quartett, bestehend aus Frank Chastenier am Klavier, Bert Smaak am Schlagzeug, Sebastian Räther am Kontrabass und Karl Scholz an der Gitarre, weiß die Stücke in Szene zu setzen: mal opulent, mal reduziert mit einigen Akzenten an den richtigen Stellen. Hier streicht Bert Smaak mit den Besen sanft über das Becken, da wird Pe Werner zu Beginn eines Stückes nur von Frank Chastenier am Klavier begleitet oder Karl Stolz bringt mit einem Gitarrensolo rockige Elemente in den Abend. Sebastian Räther, der ebenso cool bei den Jazznummern die Basslinie hält, wie er mit dem Bogen zart über die Seiten geht, runden den Abend zu einem musikalischen Genuss ab.

Es ist aber nicht nur die Musik, die bei „im Mondrausch“ begeistert. Es sind auch die Worte, Gedichte und die bildhafte Sprache, die Pe Werner nutzt, um bei den Menschen Emotionen zu wecken. Einige Stücke leitet sie mit Gedichten ein, die „Mondnacht“ von Joseph von Eichendorff ist dabei, und sie nutzt die „sachliche Romanze“ von Erich Kästner, um in ihr Lied „Dieses Kribbeln im Bauch“, das von einer aneinander gewöhnten Liebe handelt, einzuführen.

Diese „Olle Kamelle“, wie sie selbst sagt, ist schon 1991 erschienen. Sie hat sie aber weiterentwickelt und dem Programm angepasst. Nur mit Klavier begleitet startet sie, dann erst setzen Schlagzeug und Bass ein. Sie singt es intensiv, mit einer melancholischen Fröhlichkeit, die die Sehnsucht nach der frischen, leidenschaftlichen Verliebtheit der ersten Zeit auf die Besucher überträgt.

Im Laufe des Abends streut Pe Werner auch immer wieder ihren Auftritts- und Aufenthaltsort in ihre Lieder ein. Sie singt beispielsweise „Was nützt der schönste Mann im Mond, wenn man in Traben-Trarbach wohnt?“, was die Besucher mit einem Schmunzeln und viel Applaus würdigen. Im „König der Nacht“ gibt Pe Werner ihren Musikern, wie schon öfter an diesem Abend, viel Raum. Der Bass tritt durch seine reduzierten Akzente hervor, das Klavier zeigt seine Verspieltheit mit kleineren Schnörkeln und Trillern, Schlagzeug und Gitarre geben dem Ganzen einen entspannten Rahmen.

Den Abschluss des Konzerts bildet ein Potpourri aus Mondliedern. Ohne zwei Zugaben lassen die Besucher die Musiker samt Sängerin nicht von der Bühne.

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