Entführung auf die falsche Webseite

Entführung auf die falsche Webseite

Nach der Infektion unzähliger Computer mit einer Schadsoftware empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) allen Nutzern eine Überprüfung ihrer Rechner. Bei dem Selbsttest sollen manipulierte Netzwerkeinstellungen aufgespürt werden.

Berlin/Bonn. Rund 33 000 Computer am Tag sollen nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) von dem Virus betroffen sein.
Die schädliche Software namens DNS-Changer leitet die betroffenen Nutzer auf andere Seiten um. Das BSI empfiehlt deshalb allen Computernutzern, ihren Rechner auf manipulierte Netzwerkeinstellungen hin zu untersuchen.

Nutzer können ihren Computer durch einfaches Aufrufen der Seite www.dns-ok.de prüfen. Entweder erhält er eine grüne Ok-Meldung - und man muss nichts weiter unternehmen. Bei einer roten Statusanzeige sollte er die angezeigten Anleitungen befolgen, um die richtigen Systemeinstellungen wiederherzustellen und gegebenenfalls Schadsoftware zu entfernen.
Für die falschen Einstellungen kann nämlich eine Schadsoftware namens DNS-Changer verantwortlich sein, die derzeit kursiert.
Hinter der Schadsoftware stecken Kriminelle. Mit Hilfe des DNS-Changers leiten sie Nutzer unbemerkt auf Seiten, auf denen falsche Antivirensoftware oder Klickbetrügereien lauern. Teils werden auch illegale Medikamente zum Kauf angeboten. Um den Rechner gegebenenfalls von der Schadsoftware zu befreien, können Nutzer auch das Programm DE-Cleaner nutzen, das unter www.botfrei.de heruntergeladen werden kann. Eine Überprüfung des eigenen Rechners vor dem 8. März 2012 wird übrigens empfohlen. Hintergrund: die Kriminellen, die das Virus verbreitet und die Rechner betrieben hatten, auf die arglose Computernutzer umgeleitet wurden, sind im November 2011 von der amerikanischen Bundespolizei FBI und europäischen Ermittlern verhaftet worden. Seitdem betreibt die US-Bundespolizei die Server, wird sie aber am 8. März abschalten.
Manipulierte Rechner können dann nicht mehr auf das Internet zugreifen. dpa/r.g.